Archiv

Evaluation von „SCHULWÄRTS!“

CHE Consult hat im Auftrag der Stiftung Mercator das Programm „SCHULWÄRTS! – Lehramtspraktika International II“ des Goethe-Instituts evaluiert. Ziel der Evaluation war es, zu bewerten, ob die für SCHULWÄRTS! festgelegten qualitativen und quantitativen Ziele erreicht worden sind.

„SCHULWÄRTS!“ ist ein Programm, das Praktika an vom Goethe-Institut betreuten Schulen in über 40 Ländern vermittelt und fördert. Bewerben können sich Lehramtsstudierende und angehende Lehrkräfte, die individuell betreut werden. Gefördert wurde „SCHULWÄRTS!“ in einer zweiten Förderphase durch das Auswärtige Amt und die Stiftung Mercator. Die Stipendiat*innen sollen internationale und interkulturelle Erfahrungen sammeln, ihre Lehrer*innenpersönlichkeit weiterentwickeln und für die internationale Bildungszusammenarbeit motiviert werden.

Gemeinsam mit der Auftraggeberin und den Mitarbeiterinnen des Goethe-Instituts wurden zu Beginn des Projektes Wirkungshypothesen festgelegt, die dann im Zuge der Evaluation geprüft wurden.

Projektleiterin Laura Wallor erklärt: „Wir haben untersucht, inwiefern das Programm seine Ziele erreichen konnte, beispielsweise inwiefern Lehramtsstudierende durch „SCHULWÄRTS!“ ermutigt wurden, ins Ausland zu gehen und ob sie durch ihre Teilnahme an „SCHULWÄRTS!“ einen Kompetenz- und Erkenntniszuwachs erlebt haben.“

Neben den qualitativen wurden auch quantitative Ziele (insbesondere die Anzahl der geförderten Praktika) untersucht. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Evaluation war die Identifikation von Alleinstellungsmerkmalen und Desideraten im gesellschaftlichen Handlungsfeld von „SCHULWÄRTS!“. Die Evaluation umfasste methodisch eine begleitete Selbstevaluation, eine Online-Befragung der Stipendiat*innen, in die auch Stipendiat*innen der ersten Förderphase vergleichend einbezogen worden sind, leitfadengestützte Interviews mit Stipendiat*innen, eine Dokumentenanalyse von Praktikumsberichten sowie Expert*innen-Interviews.

Basierend auf den Ergebnissen der Evaluation hat CHE Consult Vorschläge und Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Programms erarbeitet und diese gemeinsam mit Vertreter*innen der Stiftung Mercator und des Goethe-Instituts diskutiert.

Arthur Tarnowski, Projektmanager bei der Stiftung Mercator im Bereich Europa in der Welt bedankte sich bei CHE Consult für die Evaluation: „Vielen Dank für die Evaluation von „SCHULWÄRTS!“. Die zu jedem Zeitpunkt strukturierte und klar kommunizierte Vorgehensweise hat die pünktliche und qualitativ hohe Umsetzung der Evaluation erst möglich gemacht.“

Vorausschauende Hochschulentwicklung

Ein Beitrag für die Zeitschrift „Wissenschaftsmanagement“, den Julia Klingemann und Jens Engelke mit Kollegen der Firma Z_punkt, geschrieben haben, beleuchtet, wie Hochschulen eine „Foresight Literacy“ entwickeln können.

Hochschulen sind sehr gut vertraut mit dem Erstellen oder Aktualisieren eines Hochschulentwicklungsplans (HEP). Dieser beschreibt im Regelfall die strategische Ausrichtung sowie gesamthochschulische Vorhaben für fünf Jahre. Doch wie zukunftsfähig sind die üblichen Ansätze der HEP-Erstellung?

In ihrem Beitrag weisen die Autor*innen auf zwei Aspekte hin, die auffallen. Zum einen folgt aus der Fünf-Jahres-Perspektive, dass länger- und langfristige Entwicklungen in Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und weiteren Bereichen des (globalen) Zusammenlebens nur mäßig Berücksichtigung finden können. Zum anderen werden hochschulextern induzierte Chancen und Risiken („Outside-In“-Perspektive) wenig berücksichtigt, die sich aus langfristigen Entwicklungen der Hochschulumwelt ergeben.

In Reaktion auf diese Beobachtung regen die Autor*innen an, die Methode einer strategischen Vorausschau auf mehr als fünf Jahre zu initiieren, um vielfältige Trends und Treiber von Entwicklungen – lokal bis international – in der Planung berücksichtigen zu können. Damit könne zudem die „Changeability“, die positive mentale Haltung gegenüber Veränderungen, gefördert werden. Durch die Diskussion über mögliche Zukünfte, so die Autor*innen, könnten Flexibilität und Agilität der Organisation erhöht werden.

Strategische Vorausschau versteht sich nicht als Prognostik. Vielmehr geht es um die systematische Vorbereitung auf mögliche Entwicklungen, auch auf solche, die aus heutiger Sicht „unwahrscheinlich“ oder „utopisch“ sind. Die Methodik soll das gemeinsame Denken in und Sprechen über Alternativen ebenso ermöglichen wie die Entwicklung von Handlungsoptionen.

Das Methodenspektrum ist breit und umfasst sowohl quantitative, expert*innenbasierte, interaktive als auch kreative Ansätze. Häufig eingesetzt werden strategische Trendanalysen, explorative und normative Szenariotechniken sowie Delphi-Befragungen, oft in Kombination und angepasst an das spezifische Erkenntnisinteresse, den situativen Anwendungskontext und die Vorerfahrung wie Zeitressourcen der Beteiligten.

Im Artikel wird ein Sechs-Phasen-Modell für die strategische Vorausschau vorgestellt. Es wird beschrieben, wie Hochschulleitungen die ersten Schritte gehen und in eine Foresight-Pilotphase eintauchen können.

Einen positiven Beitrag für die Zukunft leisten

In einem aktuellen Beitrag für die DUZ Wissenschaft & Management argumentieren Jens Engelke (CHE Consult) und Mathias Falkenstein (XOLAS): Hochschulen können sich neue Chancen eröffnen, wenn sie sich an Nachhaltigkeitserwartungen von Studierenden orientieren.

In einer Studie, durchgeführt von der Initiative „Positive Impact Rating Association“, wurden nahezu 3.000 Studierenden von Business Schools aus aller Welt befragt. Die Ergebnisse wurden während des Weltwirtschaftsforums im Januar 2020 in Davos vorgestellt. Sie zeigen: Die befragten Studierenden erwarten, dass ihre Hochschulen einen positiven Beitrag zu einem nachhaltigen gesellschaftlichen Transformationsprozess leisten. Zum anderen werden außerhochschulische Aktivitäten erwartet wie beispielsweise eine intensivierte Zusammenarbeit mit primär lokalen Akteur*innen aus Gesellschaft und Wirtschaft.

In ihrem Beitrag erläutern die Autoren, auf welche Weise Hochschulen derart gelagerten Erwartungen von Studierenden gerecht werden können, und welche Fehler vermieden werden sollten. Wichtig sei, das Thema Nachhaltigkeit nicht im Sinne oberflächlicher Marketinginteressen zu missbrauchen. „Studieninteressierte und Studierende“, so die Autoren, können „sehr wohl feststellen […], mit welcher Stringenz und Konsistenz eine Hochschule ihre Fortentwicklung operationalisiert. Auch gesellschaftliche Schlüsselakteur*innen erwarten von einer Hochschule, dass sie Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen anbietet und insofern einen Mehrwert für die Gesellschaft leistet.“

Insbesondere Hochschulleitungen seien gefordert, mit der Umsetzung von strategischen Leitlinien Orientierung zu geben. Ein Weg, auf dem dies gelingen kann, ist Positive Impact Development. Der Ansatz unterstützt die Hochschule dabei, die vielfältigen Facetten der Nachhaltigkeit – von einer ressourceneffizienten Gebäudenutzung bis zur Third Mission – zu identifizieren und in der Folge konkret und messbar fortzuentwickeln.

Die Autoren argumentieren weiter, dass durch das Antizipieren und möglichst Erfüllen von (Nachhaltigkeits-) Erwartungen der Studierenden Attraktivität und Bindung erzeugt werden können. In der Folge steige die Wahrscheinlichkeit, zusätzliche Studierende zu gewinnen. Zudem könnte auch das Alumni-Management erheblich befördert werden.

 

Der ursprüngliche Beitrag ist erschienen in: DUZ Wissenschaft & Management, 03/2021, www.duz.de

Teilzeitstudium: Trotz Höchststand noch nicht etabliert

Im Auftrag des CHE Centrum für Hochschulentwicklung analysiert CHE Consult seit 2016 die Entwicklung von Teilzeit-Studienangeboten in Deutschland. Die aktuelle Publikation „CHECK – Teilzeitstudium in Deutschland 2020“ ist jetzt erschienen. Sie umfasst die Studienangebote der Hochschulen und die Nachfrage bei den Studierenden.
Rund ein Drittel aller Erwerbstätigen in Deutschland arbeitet nicht in Vollzeit. Im Studium dagegen ist die Teilzeitquote zwar gestiegen, mit 7,5 Prozent aber noch längst nicht als Alternative zum Vollzeitstudium etabliert. Das liegt an den Rahmenbedingungen und am begrenzten Studienangebot, wie eine aktuelle Übersicht des CHE Centrum für Hochschulentwicklung zeigt.

Zum Wintersemester 2018/19 studierten laut Statistischem Bundesamt 214.000 Menschen in Deutschland offiziell in Teilzeit. Das entspricht einem Plus von 11.000 Personen im Vergleich zum Vorjahr. Der Anteil der Teilzeitstudierenden an allen Studierenden ist mit aktuell 7,5 Prozent so hoch wie noch nie.

Mit 100.000 Studierenden ist rund die Hälfte aller Teilzeit-Studierenden an einer Hochschule in Nordrhein-Westfalen eingeschrieben. Den höchsten Teilzeit-Anteil weist allerdings Hamburg noch vor NRW (12,9%) auf. Im Stadtstaat studiert jeder bzw. jede fünfte eingeschriebene Studierende nicht in Vollzeit. Schlusslicht ist das Saarland mit 121 offiziellen Teilzeit-Studierenden, was einer Quote von 0,4 Prozent entspricht.

„Im Berufsleben sind flexible Teilzeit-Modelle mittlerweile etabliert. Im Bereich der akademischen Aus- und Weiterbildung ist das Teilzeit-Studium trotz aktueller Höchstwerte davon noch ein ganzes Stück entfernt“, bewertet Frank Ziegele die aktuellen Zahlen. Dies gelte insbesondere für die staatlichen Hochschulen, so der CHE Geschäftsführer.

Rund die Hälfte aller Teilzeit-Studierenden greift auf Studienangebote privater Hochschulen zurück. Unter den 14 Institutionen mit mehr als 2.000 Teilzeitstudierenden finden sich nur vier staatliche Hochschulen.

Real dürfte die Zahl der „de facto“-Teilzeitstudierenden, die zwar in einen Vollzeit-Studiengang eingeschrieben sind, aber weniger intensiv und länger als vorgesehen studieren, allerdings noch deutlich höher liegen, erklärt das CHE.

Einer der Gründe für die geringen offiziellen Zahlen bei Teilzeit im Studium sind laut Cort-Denis Hachmeister die finanziell schlechteren Rahmenbedingungen. „Ein Teilzeitstudium dürfte für viele Studierende in der Regel deutlich teurer als ein Vollzeitstudium sein. Jeder zweite Teilzeitstudierende greift auf die kostenpflichtigen Studienangebote einer privaten Hochschule zurück. Und selbst bei den staatlichen kostenfreien Studiengängen macht sich der fehlende BAföG-Anspruch bemerkbar“, erläutert der Experte für Hochschulzugang beim CHE.

Ein weiterer Grund dürfte aber auch am geringen Angebot entsprechender Studiengänge liegen. Nur jeder sechste Studiengang in Deutschland steht laut der Daten im HRK Hochschulkompass auch Studierenden in Teilzeit offen. Die Quote an Teilzeitstudiengängen liegt im aktuellen Wintersemester 2020/21 bei 16,1 Prozent. Das entspricht einem Plus von 2,2 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

Spitzenreiter im Ländervergleich ist das Saarland, in dem zwei von drei Studienangeboten (67,1%) auch in Teilzeit studiert werden können. Hamburg und Brandenburg folgen mit 53,8 bzw. 46,4 Prozent. In fünf Bundesländern liegt der Anteil an Teilzeitangeboten unter 10 Prozent. Die geringste Quote weist Bremen mit 2,1 Prozent auf.

Das Studienangebot im Bereich Teilzeit ist an Universitäten mit 17,2 Prozent etwas umfangreicher als das an Fachhochschulen mit 13 Prozent. Auch im Masterbereich (19%) haben Menschen, die etwa parallel zum Beruf ein Studium absolvieren möchten, eine größere Auswahl als im Bachelor-Bereich (14,3%).

In den Gesellschafts- und Sozialwissenschaften besteht die Teilzeit-Option in jedem fünften Studiengang. Die geringsten Anteile finden sich mit 7,7 Prozent in den Agrar- und Forstwissenschaften.

Grundlage für die Teilzeit-Angebots-Quote sind die Daten des Hochschulkompasses der Hochschulrektorenkonferenz für das Wintersemester 2020/21. Die Anteile der Teilzeitstudierenden beruhen auf Angaben des Statistischen Bundesamtes für das Wintersemester 2018/19.

Bewerbungs- und Berufungsgespräche online

Während der letzten Wochen waren und sind Hochschulen in ihren Betriebsabläufen vor besondere Herausforderungen gestellt. Dies gilt auch für Einstellungs- und Berufungsverfahren, wenn diese nicht vor Ort stattfinden können. Verschiedentlich werden nun digitale Formate erprobt. Digital vermittelte Gespräche und Berufungsprozesse entwickeln jedoch ggf. eine ganz eigene Dynamik. Technische, organisatorische wie auch psychologische Aspekte müssen mitgedacht werden. Diese Aspekte wurden im zweiten Online-Dialog von CHE Consult von rund 45 Interessierten diskutiert.
Folgende Fragen standen im Mittelpunkt der Diskussion:

  • Inwiefern werden bereits Online-Verfahren zur Auswahl von Bewerber*innen genutzt?
  • Wie wirken sich psychologische Interaktionsmerkmale auf Bewerbungsgespräche aus?
  • Wird es auch nach Corona hybride Formate – analog und digital – zur Auswahl von Bewerber*innen geben?

Zu Beginn wurden von Frau Rogalla (Referatsleitung Finanzen, Personal und Kommunikation, Medizinische Fakultät OWL, Uni Bielefeld) und Herr Prof. Dr. Hauck (Professor für Kommunikationspsychologie und Organisationsberatung, Hochschule Rhein-Waal) Thesen zum Thema vorgestellt. Sie berichteten zudem von aktuellen Forschungsergebnissen wie auch Praxiserfahrungen.

Einige Aspekte würden sich bei digital gestützten Verfahren anders gestalten als bei analogen Formaten. So trete die Medienkompetenz der Bewerber*innen viel deutlicher zum Vorschein und wirke sich auf die gesamte Wahrnehmung der Kandidat*innen aus. Ein vorausgehender Technik-Check sei zudem unabdingbar für ein erfolgreiches Gespräch.

Indes gibt es sowohl für digitale wie vor Ort stattfindende Gespräche ähnliche Aspekte, die zu berücksichtigen seien. Darunter fallen die Sicherstellung der (formalen wie inhaltlichen) Vergleichbarkeit, die Erstellung eines Kompetenzprofils sowie eine klare Regelung der formalen Voraussetzungen.

Für künftige Bewerbungs- und Berufungsverfahren schlussfolgern die beiden Inputgeber*innen, dass jetzt ein Dialogprozess an den Hochschulen in Gang gesetzt werden müsste wie man entlang des Mottos  Get the best of both worlds! die Vorteile aus beiden Varianten ziehen und hybride Prozesse entwickeln könne. Denn ein Wermutstropfen bestehe weiterhin – digitale Formate ermöglichen Vergleichbarkeit, ersetzen aber nicht den direkten und damit sozial-persönlichen Austausch.

Julia Klingemann, Initiatorin und Moderatorin des Online-Dialogs äußert sich erfreut über das erneut große Interesse und stellte eine Fortsetzung der Reihe in Aussicht: „Wir freuen uns über die hohe Zahl der Teilnehmenden auch an diesem zweiten Online-Dialog. Die nächsten Online-Dialoge sind daher bereits in Planung und werden Themen wie „Virtuelles und innovatives Führen“ und „On- und Offboarding“ behandeln.“

Wenn Sie Interesse haben, an kommenden Austauschformaten teilzunehmen oder weitere Anregungen zum Thema haben, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf und schreiben eine Mail an elisa.himbert(at)che-consult.de

Leipzig und Saarbrücken mit den höchsten NC-Quoten

In Kooperation mit dem gemeinnützigen CHE hat CHE Consult den CHECK Numerus Clausus für das Wintersemester 2020/21 vorgelegt. Es zeigt sich: Wer im kommenden Wintersemester ein Studium beginnen möchte, hat weiterhin gute Chancen auf einen Studienplatz. Die Quote der zulassungsbeschränkten Studiengänge ist erneut leicht gesunken. Nur rund 40 Prozent haben einen sogenannten Numerus Clausus, kurz NC.

Am häufigsten sind Studiengänge in Berlin, Hamburg und dem Saarland zulassungsbeschränkt. Zu diesem Ergebnis kommt der jährliche CHECK Numerus Clausus des CHE Centrum für Hochschulentwicklung. Bei den größeren Hochschulstädten haben Leipzig und Saarbrücken die höchste NC-Quote.

In Berlin, Hamburg und im Saarland sind aktuell zwei von drei Studiengängen zulassungsbeschränkt. Die höchste Quote im Ländervergleich weist Berlin mit einem Anteil von 66,1 Prozent auf, gefolgt von Hamburg und dem Saarland mit 65,4 bzw. 64,2 Prozent. In Thüringen haben Studieninteressierte die geringsten NC-Hürden. Hier findet mit einem Anteil von 19,4 Prozent lediglich bei jedem fünften Studiengang eine Auswahl unter den Bewerbern statt.

Auffallend im diesjährigen CHECK Numerus Clausus des CHE sind die unterschiedlichen Entwicklungen in den Ländern: Während Bremen und Niedersachsen ihre NC-Quoten um 6,2 bzw. 7,5 Prozentpunkte senken konnte, stieg der Anteil zulassungsbeschränkter Studiengänge im Saarland von rund der Hälfte (56,8 Prozent) auf rund zwei Drittel (65,4 Prozent) an. Durch diese gegenläufigen Entwicklungen veränderte sich der bundesweite Anteil zulassungsbeschränkter Studiengänge nur minimal. Im Vergleich zum Vorjahr sank er um 0,1 Prozentpunkte auf aktuell 40,6 Prozent.

„Viele Studieninteressierte haben in diesem Jahr unter den außergewöhnlichen Abiturbedingungen angesichts von Corona gelitten. Dass auch in diesem Jahr für knapp 60 Prozent aller Studiengänge die Abiturnote keine Rolle spielt, ist da sicher eine gute und beruhigende Nachricht“, bilanziert CHE Geschäftsführer Frank Ziegele die aktuellen Ergebnisse. Positiv sei auch, dass gerade in den bei Erstsemestern beliebten Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen die Quote zulassungsbeschränkter Studienangebote im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist.

Im Städte-Vergleich zeigen sich weiterhin recht deutliche Unterschiede. Die besten Chancen auf einen Studienplatz in Hochschulstädten mit mehr als 40.000 Studierenden haben Studieninteressierte in Gießen. Hier können sich Erstsemester in vier von fünf Studiengänge ohne weitere Verfahren oder Tests einschreiben. Den Höchstwert erreichten Leipzig und Saarbrücken, wo rund zwei Drittel aller Studiengänge (65 Prozent) NC-beschränkt sind.

„Es lohnt sich für Studieninteressierte immer den Blick über den Tellerrand beziehungsweise die Grenze des Bundeslandes zu weiten. Oft gibt es gleichwertige Alternativen ohne Numerus Clausus sogar an benachbarten Hochschulen“, rät Studienautor Cort-Denis Hachmeister. So liege etwa in Saarbrücken die NC-Quote bei rund 65 Prozent, in den rund 60 Kilometer entfernten Städten Trier und Kaiserslautern jedoch nur bei 8 Prozent.

Je nach Fach, Hochschultyp und Abschlussart variiert die Numerus-Clausus-Quote stark: In den Rechts-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften ist bundesweit etwa jeder zweite Studiengang zulassungsbeschränkt. In Mathematik und den Naturwissenschaften stehen dagegen mehr als 60 Prozent der Angebote allen Erstsemestern unabhängig von ihrer Abiturnote offen.

Studiengänge an Universitäten sind weiterhin zu einem geringeren Anteil (37,2 Prozent) mit einem NC belegt als die an Fachhochschulen (45 Prozent). Bachelorstudiengänge weisen mit 42 Prozent NC-Quote einen etwas höheren Wert als im Masterbereich (38,8 Prozent) auf.

Für die über die Stiftung für Hochschulzulassung (hochschulstart.de) vergebenen Studienplätze endet die Bewerbungsfrist in diesem Jahr aufgrund der Corona-Pandemie ausnahmsweise erst zum 20. August. Das Bewerbungsportal ist seit dem 1. Juli geöffnet. Auch für zulassungsfreie bzw. örtlich zulassungsbeschränkte Studiengänge verlängern die Hochschulen zum Teil die Bewerbung- und Einschreibefristen. Studieninteressierte sollten sich auf den Websites der Hochschulen aktuell über die Fristen informieren.

Grundlage des „CHECK – Numerus Clausus an deutschen Hochschulen 2020/21“ sind die NC-Daten des Hochschulkompasses der Hochschulrektorenkonferenz für rund 20.400 Studiengänge im Wintersemester 2020/21 sowie entsprechende Daten der vergangenen Jahre. Die Länderquoten wurden bezogen auf das Sitzland der Hochschule ermittelt. Bei ortsbezogenen NC-Quoten werden alle Studiengänge am Studienort gezählt. Dadurch kann es bei Stadtstaaten zu kleineren Abweichungen zwischen Landes- und Ortsquote kommen. Bundesland, Hochschultyp, Abschlussart und Fächergruppe dienten als Analysekriterien für die Autorinnen und Autoren Anna Gehlke, Cort-Denis Hachmeister und Lars Hüning.

Online-Studie: Home-Office und Hochschulen

CHE Consult nimmt die aktuelle Situation zum Anlass und untersucht derzeit über eine Online-Befragung, ob und wie Hochschulen die Tätigkeit ihrer wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen und ihres Personals in Technik und Verwaltung außerhalb des Büros ermöglichen. In der Studie werden verschiedene Arten der Heimarbeit betrachtet. Ein Schwerpunkt liegt dabei insbesondere auf dem Home-Office. Im Ergebnis werden je nach Hochschultyp und -größe unterschiedliche Handhabungen und Regulierungen aufgezeigt. Die Ergebnisse der Studie werden im Laufe des Sommers auf unsere Website www.che-consult.de zum Download zur Verfügung stehen.

Die Befragung richtet sich vor allem an die Personalverantwortlichen und legt ein besonderes Augenmerk auf die bereits vor Corona geltenden Verfahrensweisen. Thematisiert wird,

  • wie mit Überstunden, der Arbeitszeiterfassung oder Kommunikationsroutinen umgegangen wird,
  • ob Regelungen schon in Dienstvereinbarungen verankert sind,
  • wie frei Hochschulangehörige Home-Office handhaben dürfen und
  • ob sie die Arbeitszeit im Home-Office flexibel und spontan bestimmen können.

Untersucht werden auch hochschulspezifische Faktoren, die das Arbeiten von zu Hause erschweren oder verhindern können und ob es eher persönliche oder institutionelle Gründe sind, die dazu führen, dass Home-Office entweder nicht angeboten oder eine bestehende Möglichkeit nicht wahrgenommen wird.

Vor dem Hintergrund der Corona Pandemie untersuchen wir zudem, welche Faktoren zurzeit stark oder weniger stark als Herausforderungen erfahren werden und erheben, welche getroffenen Maßnahmen als so sinnvoll erfahren werden, dass sie dauerhaft etabliert werden sollten.

Die Befragung ist seit dem 4. Mai 2020 online und wird bis Mitte Juni 2020 zur Verfügung stehen. Bisher haben bereits rund 70 Verantwortliche aus privaten, staatlichen und kirchlichen Hochschulen aller Hochschularten teilgenommen.

Falls Sie selbst oder Ihre Hochschule ebenfalls teilnehmen möchten oder Anregungen haben, kontaktieren Sie bitte elisa.himbert(at)che-consult.de

Online-Dialog „Home Office“

„Home-Office und Hochschulen – mehr Risiko als Chance?“ Diese Frage diskutierten am 6. Mai 2020 59 Personen aus 39 Hochschulen in einem von CHE Consult organisierten Online-Dialog, der den Auftakt einer Dialog-Reihe bildet. Derzeit ist das Thema „Home-Office“ für Hochschulangehörige aktueller denn je. War das Arbeiten von Zuhause zuvor eher eine Ausnahme, ist diese Arbeitsform angesichts der Corona Pandemie zur gelebten Praxis geworden.

Folgende Fragen wurden im Rahmen des Online-Dialogs von den Teilnehmenden diskutiert:

  • Welche Risiken entstehen durch das Home-Office?
  • Was sind die Vorzüge?
  • Welche Erfahrungen werden Sie für Ihre Hochschule für die Zeit nach Corona mitnehmen?

Zu Beginn haben Frau John-Redeker (Leiterin Personalentwicklung und Personalgewinnung, TH Köln) und Herr Prof. Dr. Salomo (Leiter Fachgebiet für Technologie- und Innovationsmanagement, TU Berlin) jeweils drei Thesen zum Thema vorgestellt. Anschließend konnten die Teilnehmenden gemeinsam diskutieren und sich austauschen. Zudem wurden drei Kurzumfragen durchgeführt.

Viele der antwortenden Teilnehmenden teilen die Einschätzung, dass sich die Einstellung gegenüber Home-Office an ihrer Hochschule nach Corona zum Positiven verändern und flexibleres Arbeiten einfacher möglich sein wird. Einige vermuten jedoch auch, dass es diesbezüglich keine starke Veränderung zu vorher geben wird. Die größten Herausforderungen für Hochschulangehörige im Home-Office sind nach Einschätzung der antwortenden Teilnehmenden die Vereinbarkeit von Kinderbetreuung und Home-Office, die technische Ausstattung, sowie der Austausch mit Kolleg*innen. Die meisten Teilnehmenden sehen jedoch auch Chancen für die Zeit nach Corona. So glaubt ein Großteil, dass es der Regelfall werden wird, das Mitarbeitende auch von zu Hause aus arbeiten können und ca. die Hälfte vermutet, dass ihre Hochschule zusätzlich in technische Ausstattung investieren wird.

Julia Klingemann, Initiatorin und Moderatorin des Online-Dialogs äußert sich erfreut über das große Interesse: „Wir freuen uns über die hohe Zahl der Teilnehmenden und den intensiven Erfahrungsaustausch in diesem Online-Format. Das ermutigt uns, diesen Weg weiterzugehen und den Dialog als Reihe fortzusetzen.“

Der erste Online-Dialog wurde direkt im Kern des Themas Personalentwicklung platziert. Entlang der dortigen vier Phasen, die unserer Beratungserfahrung nach in Personalentwicklungskonzepten eine wesentliche Rolle spielen, nämlich

  • Strategische Personalplanung
  • Bewerbungsmanagement & Onboarding
  • Personalentwicklung für Beschäftigte
  • Leaving Experts

möchten wir einen weiteren Online-Dialog aus dem Bereich „Strategische Personalplanung“ oder „Bewerbungsmanagement & Onboarding“ vorbereiten.

Wenn Sie Interesse haben, an kommenden Austauschformaten teilzunehmen oder weitere Anregungen zum Thema haben, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf und schreiben eine Mail an laura.wallor(at)che-consult.de

Strategie für die Sammlungen und Archive der ETH Zürich

Die Leitung der ETH Zürich hat eine neue „Strategie Sammlungen und Archive 2021 bis 2024“ beschlossen. Damit wurde ein mehr als einjähriges Projekt abgeschlossen, das von CHE Consult in Kooperation mit dem Foresight Unternehmen Z_punkt begleitet wurde. Auftraggeber des Projekts war der Vizepräsident für Infrastruktur Prof. Dr. Ulrich Weidmann, der von der Schulleitung der ETH Zürich jetzt auch mit der Umsetzung der Strategie beauftragt wurde.

Prof. Dr. Weidmann sagte zum Abschluss des Projektes: „Die erarbeitete Strategie stellt einen handlungsleitenden Orientierungsrahmen für die nächsten Jahre dar und  zielt auf einen wesentlichen Beitrag der Sammlungen und Archive zum Erfolg der Hochschule insgesamt. Die Begleitung durch CHE Consult und Z_punkt hat uns geholfen, die unterschiedlichen Akteure und Stakeholder konsensorientiert und partizipativ einzubinden. Durch eine zielorientierte Arbeit in praktikablen Formaten entstanden zukunftsweisende und gemeinsam getragene Lösungen.“

CHE Consult hat im Projekt im Wesentlichen das Projekt- und Stakeholdermanagement geplant und gesteuert, verschiedene Projektgruppen moderiert, umfangreiche (Online-)Befragungen durchgeführt sowie zu Fragen von Governance und Outreach beraten.

Zu den Sammlungen und Archiven der ETH Zürich zählen gut 20 Einrichtungen, die Schweizer Kulturgut und wertvolle Forschungsdaten besitzen. Es gehört zum Grundauftrag der ETH, diese international bedeutsamen, einzigartigen Materialien zu pflegen, zu sichern und öffentlich zugänglich zu machen. Das Spektrum umfasst naturwissenschaftliche und kunsthistorische Sammlungen, Archive und kulturhistorische Sammlungen, die literarischen Nachlässe von Thomas Mann und Max Frisch, aber auch Ausstellungseinrichtungen als Orte der öffentlichen Kunstvermittlung und des Dialogs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.

Die entworfene Strategie orientiert sich an den Werten und der strategischen Entwicklungsplanung der ETH Zürich. Ausgehend von Vision und Mission wurden im Projekt strategische Grundsätze zu sieben Themenfeldern formuliert, die von Forschung, Lehre und dem Dialog mit der Öffentlichkeit über die Bestandsentwicklung, den Kulturgüterschutz, bis hin zu Querschnittsthemen wie dem Digitalen Wandel und dem Thema Organisation und Zusammenarbeit reichen. Zu jedem Grundsatz wurden Handlungsfelder identifiziert, die durch ebenfalls ausgewiesene Massnahmen umgesetzt werden sollen.

Zudem wurden in jedem Handlungsfeld Massnahmen priorisiert und vorrangig zur Umsetzung in Projektform empfohlen. Im Vordergrund stehen die Förderung des Dialogs mit der Öffentlichkeit und die Vertiefung der Kooperation mit den Departementen in Forschung und Lehre.

Projektleiterin Julia Klingemann stellt die hohe Kooperationsbereitschaft der Projektbeteiligten heraus: „Das Vertrauen, das die Leitungen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sammlungen und Archive uns externen Beratern entgegengebracht haben, war ebenso motivierend wie ihr Engagement für die jeweils eigenen Belange und die gemeinsamen Ziele für die ETH Zürich insgesamt.“

Analyse von Hochschulwebsite

Im Auftrag des CHE Centrum für Hochschulentwicklung hat CHE Consult die Websites von Hochschulen analysiert. Hierfür wurden Personas für fünf idealtypische Studieninteressierte entwickelt, die sich für ein Studium der Betriebswirtschaftslehre interessierten. Mit Bezug zu den Personas wurde ein Fragenkatalog aus 69 Einzelfragen erstellt, mit denen eine Stichprobe von 32 Hochschul-Webseiten unersucht werden konnte. Die Publikation „Hochschulwebsites für heterogene Zielgruppen – Mit Personas Websites strategisch gestalten“ enthält neben der Analyse acht zentrale Handlungsempfehlungen.

Die deutschen Hochschulen gehen auf ihren Websites unterschiedlich gut auf das individuelle Informationsbedürfnis von Studieninteressierten ein. Ausländische Bewerberinnen und Bewerber werden recht umfassend informiert. Personen ohne Abitur finden dagegen in deutlich geringerem Maße Antworten zu relevanten Fragen auf den Internetseiten der Hochschulen. Dies zeigt eine Analyse des CHE Centrum für Hochschulentwicklung.

Angesichts der Angebotsvielfalt von aktuell mehr als 20.000 Studiengängen an rund 400 deutschen Hochschulen ist Orientierung für Studieninteressierte wichtiger denn je. Neben vergleichenden Übersichtsangeboten wie Rankings oder dem Hochschulkompass kommt dabei den Websites der Hochschulen eine zentrale Orientierungsfunktion zu.

Eine CHE Analyse zeigt nun: Dem Informationsbedürfnis von Studienbewerberinnen und Studienbewerbern aus dem Ausland werden deutsche Hochschulen überwiegend gerecht. Ein typischer Bewerber aus dem Ausland erhält durchschnittlich auf drei Viertel relevanter Fragen Antworten auf den Hochschulwebsites. Für potenzielle Studieninteressierte ohne Abitur ist die Situation deutlich schlechter.

Für die Analyse hat das CHE fünf fiktive Bewerberprofile als Repräsentanten typischer Zielgruppen erstellt und jeweils einen spezifischen Fragenkatalog entwickelt. In einer Stichprobe wurde geprüft, welche dieser Fragen durch Recherchen auf den Websites ausgewählter Hochschulen beantwortet werden konnten. Berücksichtigt wurden in der Stichprobe unterschiedliche Hochschultypen und -größen.

Bemerkenswert im Hinblick auf die konstruierten Bewerbertypen ist, dass staatliche Hochschulen eher die besondere Situation von Studierenden mit Kindern, aus dem Ausland oder Personen mit einem starken Interesse an Forschung im Blick haben. Studierende ohne Abitur oder mit einem eher pragmatischen und alltagsorientierten Blick aufs Studium finden bei ihnen weniger relevante Informationen im Netz.

Private Hochschulen, so das Ergebnis der Stichprobe, bieten insgesamt weniger konkrete Informationen im Netz. Die Autorinnen und Autoren sehen als mögliche Erklärung für diesen Befund, dass die privaten Hochschulen die Strategie verfolgen, schnell in einen unmittelbaren Dialog mit potenziellen Studierenden zu gelangen und daher nicht versuchen, möglichst viele Fragen über bereitgestellte Informationen im Netz zu beantworten.

„Es ist ein positives Zeichen, dass sich bei einigen Hochschulen die Vielfalt auf dem Campus auch im spezifisch aufbereiteten Informationsangebot der Website wiederfindet“, bewertet Mitautor Ulrich Müller die Ergebnisse. „Denn: Was nützt das beste Studienangebot, wenn potenzielle Studienbewerber sich nicht abgeholt und mit ihren Fragen nicht erst genommen fühlen.“, so der Leiter politische Analysen beim CHE.

Verbesserungspotenzial sehen die Autoren beim Aufbau der Websites. In zahlreichen Fällen dominiere noch die Struktur der Hochschule etwa in Fakultäten oder Fachbereichen auch die Struktur der Website. Diese Logik ist für Studieninteressierte jedoch nicht unmittelbar nachvollziehbar und erschwert das Auffinden relevanter Informationen oder führt gegebenenfalls zu Redundanzen und Widersprüchen.

Zu den acht zentralen Empfehlungen der Analyse zählt deshalb der Rat, Hochschulwebsites entlang der spezifischen Bedürfnisse von Zielgruppen zu organisieren. Hierbei kann der Einsatz von fiktiven Profilen, sogenannten Personas, wie sie auch in der CHE Analyse eingesetzt wurden, wertvolle Hilfestellung leisten.

„Die Vielfalt unter den Studierenden wird weiter zunehmen“, prognostiziert CHE Experte Ulrich Müller. „Gerade Hochschulstandorte abseits der Metropolen, die stärker um Studierende kämpfen müssen, können mit gut aufbereiteten Informationsangeboten im Netz für spezifische Zielgruppen punkten“, so Müller.