QUEST – Vielfalt als Chance

QUEST ist Befragungsinstrument, das in dieser Art in Deutschland einzigartig ist. Die Studierenden einer Hochschule werden mit einem standardisierten Fragebogen befragt. Erfasst werden

  • sozio-demographische Merkmale,
  • Leistungsaspekte und Studienwahl,
  • soziales und kulturelles Engagement,
  • Teamarbeit und interkulturelle Erfahrungen,
  • Wahrnehmung und Inanspruchnahme der Angebote und Studienstrukturen.


Die Hochschule erhält einen ausführlichen Bericht. Es ergibt sich ein (datenbasiertes) Bild davon, was die Vielfalt der Studierenden jenseits von äußerlichen Merkmalen ausmacht. Die QUEST-Ergebnisse bieten eine empirische Basis für ein Monitoring der Diversität der Studierendenschaft sowie für ein datenbasiertes Qualitätsmanagement, das sich an der Erfolgswahrscheinlichkeit der Studierenden ausrichtet.

 

Es ist möglich, Bereiche in der Hochschule zu identifizieren, deren Veränderung es den Studierenden erleichtert, sich in der Studiensituation besser zurechtzufinden und dadurch erfolgreicher im Studium zu sein. Zum anderen lässt sich überprüfen, ob und unter welchen Bedingungen bestimmte, über äußere Merkmale identifizierte Gruppen an Hochschulen Nachteile erfahren und welche Diversitätsmerkmale Einfluss auf den Studienerfolg haben.

 

In Finnland wird der QUEST-Ansatz im Projekt "Kandipalaute" eingesetzt. Beteiligt waren alle Universitäten des Landes. Für die Masterstudiengänge wurde die Adaption der Studierenden an die Studienbedingungen gemessen und vergleichbar gemacht.

Hintergrund

QUEST basiert auf einem dreijährigen Forschungsprojekt mit ca. 25.000 Studierenden. In diesem Projekt, das von der Bertelsmann Stiftung unterstützt wurde, konnte ein spezielles psychometrisches Verfahren entwickelt werden. In das Projekt waren acht Partnerhochschulen eingebunden. Eine zentrale Zielsetzung des Vorhabens bestand in der Verbesserung der Datenbasis zur Diversität an Hochschulen. Durch das psychometrische Verfahren kann sozial erwünschtes Antwortverhalten ausgeschlossen werden. In einem Arbeitspapier sind Entwicklung und Test des Fragebogens dokumentiert. Es steht zum Download zur Verfügung.

Teilnehmen

Voraussetzung für die Durchführung ist lediglich, dass das Präsenzstudium überwiegt. Einbezogen werden sollten etwa 10-15 Prozent der Studierendenschaft, mindestens jedoch hundert Befragte. QUEST sollte jährlich durchgeführt werden, um Zeitvergleiche zu ermöglichen. Der Aufwand für die Hochschulen wird so gering wie möglich gehalten. Der Zeitraum der Befragung kann flexibel festgelegt werden. Die Daten bleiben im Besitz der Hochschule. Die Teilnahmegebühr richtet sich nach der Größe der Hochschule und den spezifischen Anforderungen. Sollten Sie Fragen dazu haben, oder sich für Zusatzleistungen interessieren, setzen Sie sich bitte direkt mit uns in Verbindung.

Diversity Report

Auf der Basis von zwei QUEST-Erhebungsrunden, an denen insgesamt über 25.000 Studierende teilgenommen haben, konnte ein erster Diversity Report entstehen. Die Kapitel A1 bis A3 geben einen allgemeinen Überblick. Die Kapitel B1 bis B7 enthalten thematische Berichte gegliedert nach unterschiedlichen Merkmalen von Studierendengruppen. In den Kapitel C1 bis C3 werden Strukturaspekte beleuchtet. Der Report schließt dann mit den Kapitel D1 bis D3. Sie enthalten zentrale Schlussfolgerungen.  

Diversity Management

Hochschulen sind nach ihrem Selbstverständnis seit je her an Vielfalt, nicht an Monokultur interessiert. Das gilt bezogen auf die Herkunft, Sprache, Prägung und Interessenslagen der Hochschulangehörigen. Heterogenität ist bereichernd, produktiv und spannend. Hochschulen haben darüber hinaus die gesellschaftspolitische Aufgabe, Minderheiten zu fördern und Benachteiligung zu überwinden. Doch Überzeugung und Interesse reichen nicht aus. Die gesuchte und gewünschte Heterogenität muss in vielerlei Hinsicht möglichst systematisch und zielorientiert bearbeitet werden: bei der Internationalisierung und der Gleichstellungsarbeit, im Studierendenmarketing und in der Nachwuchsförderung genauso wie im Personalmanagement. Hochschulen müssen neue und heterogene Zielgruppen adäquat ansprechen und der Unterschiedlichkeit ihrer potentiellen oder derzeitigen Hochschulangehörigen gerecht werden. Das ist in der Regel mit ganz konkreten Handlungsfeldern und Aufgaben verbunden  (z. B. Teilzeitstudium, Vereinbarkeit von Studium bzw. Beruf und Familie, Dual Career Services u. a. m.). Diversity Management ist ein Handlungsansatz, um mit diesen Aufgaben vernünftig umzugehen. Ein solcher Ansatz zielt nicht nur darauf ab, Unterschiede abzufedern und Chancengleichheit zu gewähren, sondern auch darauf, andere Sichtweisen, neue Ideen und bessere Lösungen zu finden.

Ansprechpartner

Dr. Christian Berthold+49 30 2332267-40E-Mail schreiben