Summary

Erfolgsfaktoren wissenschaftlicher Metropolregionen. Analysen und Handlungsempfehlungen für das Ruhrgebiet

Das Ziel der Studie ist es, Entwicklungsbedingungen für die wissenschaftliche Metropolregion Ruhr zu beschreiben. Dafür geht die Studie von dem Ansatz aus, den Einfluss wissenschaftlicher Einrichtungen und der Formen ihrer Vernetzung auf die Leistungsfähigkeit von Metropolregionen in Deutschland sowie im europäischen Ausland empirisch belastbar zu untersuchen. Die komparative Analyse wissenschaftlicher Metropol¬regionen soll Schlussfolgerungen über die Frage ermöglichen, welche Rahmenbedingungen die Leistungsfähigkeit und die Etablierung wissenschaftlicher Metropolregionen besonders stimulieren. Mit dieser Studie soll ein analytischer Schwerpunkt auf der Untersuchung von Bedingungen, Strukturen, Institutionalisierungskonzepten und Funktionsweisen von Vernetzungen und Verflechtungen oder Konkurrenzen zwischen wissenschaftlichen Organisationen untereinander und außerwissenschaftlichen Einrichtungen liegen. Wissenschaftliche Metropolregionen zeichnen sich grundsätzlich durch eine hohe Agglomeration leistungsstarker wissenschaftlicher und wissenschaftsnaher Einrichtungen aus, die in komplexen Interaktionsmustern und Verwertungsstrukturen untereinander und gemeinsam einen maßgeblichen Beitrag zur wissenschaftlichen, ökonomischen und soziokulturellen Leistungsfähigkeit bzw. Attraktivität einer Region leisten. Sie unterscheiden sich hinsichtlich der Breite, der Intensität und des Formalisierungsgrads von anderen Regionen und sind historisch gewachsen bzw. folgen gewissen Pfadabhängigkeiten. Darüber hinaus sind sie in ihrer Wirkung, Funktionalität und in ihrem Integrationsgrad überregional wahrnehmbar, so dass gewissermaßen ein Identifikationszusammenhang vernetzter wissenschaftlicher Einrichtungen besteht, der das Selbst- und Fremdbild als wissenschaftliche Metropolregion prägt. Zusätzlich geht die Studie von der generellen These aus, dass die wissenschaftlichen Metropolregionen zunehmend in der internationalen Wahrnehmung als Wissenschaftsregionen, und weniger die einzelnen Einrichtungen miteinander im Wettbewerb stehen. Durch ihren besonderen Stellenwert als Beispielregionen in der deutschen Hochschulentwicklung wurden als Vergleichs- und Analysegegenstände drei Metropol-regionen ausgesucht, deren Wahl sich im Nachhinein wegen ihrer unterschiedlichen Historien und Strukturen als außerordentlich glücklich herausstellte: Berlin, München, Zürich. In der nachfolgenden Studie werden einmal Kennzahlen zu verschiedenen Leistungsfeldern verglichen. Zum anderen wurden in den drei Vergleichsregionen leitfadengestützte Interviews mit solchen Personen durchgeführt, die als wichtige Akteure in Wissenschaft, Forschung, Politik oder Wirtschaft anzusehen sind. Diese Einschätzungen, Erfahrungen und Bewertungen bilden einen besonders wichtigen Hintergrund für die Analysen. Auf Basis dieser quantitativen und qualitativen Informationen werden Schlussfolgerungen gezogen, die wir als verallgemeinerbare Erfolgsfaktoren für die Entwicklung von Wissenschaftsregionen erachten. Abschließend werden konkrete Handlungsempfehlungen für die erfolgreiche Entwicklung der wissenschaftlichen Metropolregion Ruhr abgeleitet und formuliert.