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03.02.2016

Wer ins Ausland geht hat bessere Karrierechancen

Studenten, die im Rahmen des ERASMUS Programms eine Zeit im Ausland verbringen, finden leichter einen Job, sind weniger von Arbeitslosigkeit bedroht und haben größere Chancen in Führungspositionen zu kommen. Das ist ein zentrales Ergebnis der ERASMUS Impact Study (EIS). CHE Consult hat sie für die EU Kommission durchgeführt (2013). Jetzt wurden Regionalanalysen veröffentlicht. Sie zeigen, dass die Ergebnisse je nach Region unterschiedlich ausfallen. Die positiven Effekte sind für Studierende aus Ost- und Südeuropa am höchsten.

„Die Studie basiert auf einer Befragung von knapp 57.000 Studenten, fast 19.000 Alumni und über 650 Arbeitgebern“, erläutert Projektleiter Uwe Brandenburg. „Es ist sicher die größte Datenbasis, die für entsprechende Analysen zur Verfügung steht. Weiterhin einmalig ist unsere Methode. Die Studie basiert auf dem Analyseinstrument memo©, mit dem wir die Auswirkungen von Auslandsaufenthalten auf die Persönlichkeitsentwicklung zeigen können. Auslandsaufenthalte wirken sich positiv auf Eigenschaften aus, die Arbeitgeber als besonders wichtig bezeichnen.“


Die Studenten, die sich dafür entscheiden, ins Ausland zu gehen, haben schon bei der Entscheidung höhere Werte auf den angesprochenen Persönlichkeitsmerkmalen (memo©-Werte). Vorher-Nachher-Untersuchungen zeigen jedoch, dass etwas mehr als die Hälfte der Erasmus-Studenten (52 Prozent) den Abstand zu Kommilitonen, die „zu Hause bleiben“, noch ausbauen können. Die jetzt veröffentlichte Studie bricht die Daten auf vier Regionen herunter (Ost und West, Nord und Süd).


Es zeigt sich, dass insbesondere die Karriereeffekte für Student(inn)en aus Ost- und Südeuropa am stärksten ausgeprägt sind. Erasmus Alumni sind mehr als 12 Monate nach dem Studium zum Beispiel nur halb so oft arbeitslos wie nicht-mobile Absolvent(inn)en (zwei vs. vier Prozent). Für Osteuropa ist das Verhältnis sogar ein vs. sechs Prozent und für Südeuropa drei vs. sechs Prozent. Für Nord- und Westeuropa ist das Verhältnis zwei vs. drei Prozent. Darüber ist es für Erasmus-Alumni aus Osteuropa besonders wahrscheinlich, in Führungspositionen aufzusteigen. Fünf bis zehn Jahre nach dem Studium sind 70 Prozent der ERASMUS Studenten in Führungspositionen beschäftigt, gegenüber 41 Prozent der Absolvent(innen), die nicht im Ausland waren.


„Das erkannte Muster spiegelt in vielerlei Hinsicht die wirtschaftliche Lage in den Regionen wider“, sagt Brandenburg. „Die Vorteile von Auslandsmobilität sind für die Teilnehmer(innen) besonders hoch, wenn sie in einer Region zu Hause sind, in denen der Arbeitsmarkt nicht so einfach ist.“

 

Die Studie steht zum Download zur Verfügung

Mehr Informationen zu memo©

Ansprechpartner

Lars Hüning+49 30 2332267-64E-Mail schreiben

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