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07.04.2017

Studierende ohne Akademiker-Eltern profitieren besonders von Auslandsaufenthalten

Ein Auslandsaufenthalt wirkt sich positiv auf berufsrelevante Kompetenzen und Persönlichkeitseigenschaften aus. Dabei empfinden Studierende ohne akademischen Bildungshintergrund den positiven Effekt von Auslandssemester oder -praktikum sogar noch etwas stärker als ihre Kommiliton(inn)en. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung, die CHE Consult zusammen mit dem CHE Centrum für Hochschulentwicklung durchgeführt hat. Grundlage der Untersuchung sind bisher unveröffentlichte Daten für Deutschland aus der Erasmus Impact Studie der EU-Kommission.

Ob Studierende ins Ausland gehen, steht in Deutschland noch immer in einem Zusammenhang mit der Herkunft der Studierenden. Unter den auslandsmobilen Studierenden ist der Anteil der Akademikerkinder höher. Die Studie zeigt zudem, dass Studierende aus akademischen Elternhäusern häufiger als ihre Kommiliton(inn)en ohne akademischen Bildungshintergrund mehrere Auslandsaufenthalte absolvieren. Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, die Hürden, die Studierende von einem Auslandsaufenthalt abhalten, weiter zu senken.

 

Laut Studie liegen keine grundsätzlichen herkunftsspezifischen Unterschiede in Persönlichkeitseigenschaften vor, etwa im Bereich Entscheidungsfähigkeit. Die Barrieren, die Nicht-Akademikerkinder daran hindern, ins Ausland zu gehen, sind vielmehr organisatorischer und finanzieller Art. Besonders abschreckend wirke neben mangelnder Unterstützung bei der Wohnungssuche vor allem die Unsicherheit über die Kosten.

Die Autorinnen betrachteten die Auslandsaufenthalte differenziert nach Bildungsherkunft und Anbieter. Bei letzterem Aspekt zeigte sich: Beim Erasmus-Programm der EU ist die soziale Selektivität zwischen Akademiker- und Nicht-Akademiker-Kindern geringer als bei anderen Angeboten. Einen möglichen Grund sehen die Autorinnen in den leichteren Zugangsvoraussetzungen. Möglicherweise weichen aber auch immer mehr Kinder aus akademischem Elternhaus auf alternative, etwa stipendienbasierte Programme aus. Aktuell nutzen rund 40.000 Studierende aus Deutschland Erasmus für einen Studienaufenthalt im Ausland.

 

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