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29.06.2018

Studie zur Anerkennung und Anrechnung von MOOCs an Hochschulen

CHE Consult hat gemeinsam mit der Bertelsmann Stiftung, Kiron Open Higher Education und dem Stifterverband eine Überblicksstudie zur Anerkennung und Anrechnung von MOOCs verfasst. Sie skizziert und sortiert zahlreiche Beispiele guter Praxis und macht konkrete Handlungsempfehlungen an Hochschulen, Studierende, MOOC-Anbieter und die Hochschulpolitik.

Außerhochschulisch erworbene Kompetenzen verdienen Anrechnung auf ein akademisches Studium. Diese Forderung schlug sich bereits im Jahr 2002 in einem wegweisenden Beschluss der Kultusministerkonferenz nieder. Seit damals können die Leistungen eines Studiengangs bis zur Hälfte ersetzt werden. In der Praxis findet die Anrechnung individuell erlangter Kompetenzen jedoch kaum statt. Mit dem Aufkommen von Massive Open Online Courses (MOOCs) und anderen Formen digitaler Bildungsangebote hat die Diskussion über die Möglichkeiten – und auch die Risiken – einer Öffnung von Hochschulbildung jedoch neuen Schwung bekommen.


Das Angebot digitaler Kurse und ganz besonders auch von MOOCs wächst weiterhin konstant. Digitale Formate differenzieren sich dabei zunehmend aus und stehen für unterschiedliche Zielgruppen über die gesamte Lebensspanne zur Verfügung. Der Übergang zwischen hochschulischen und außerhochschulischen Bildungsangeboten erscheint dabei zunehmend fließend und eine Einordnung digitaler Kurse in traditionelle Raster fällt nicht immer leicht. War gerade die Anrechnung außerhochschulisch erworbener Kompetenzen schon bisher ein schwieriges Feld, so erhält die Thematik mit der theoretisch grenzenlosen Verfügbarkeit digitaler Angebote im Internet eine neue Dimension und verstärkt Unsicherheiten an Hochschulen hinsichtlich der Beurteilung der Online-Kurse.


Die nun veröffentlichte Studie „Digital anerkannt“ wurde durch die Bildungsorganisation Kiron Open Higher Education angestoßen und in enger Zusammenarbeit mit CHE Consult sowie dem Hochschulforum Digitalisierung (HFD) umgesetzt. Sie entstand im Kontext des von der Bertelsmann Stiftung geförderten Projekts „From Camp to Digital Campus“. Sie bietet eine kritisch reflektierte, praxisorientierte Hilfestellung im Umgang mit der Anerkennung und Anrechnung von MOOCs. Zudem gibt sie Akteuren an Hochschulen auch positive Impulse für die bedarfs- und qualitätsorientierte sowie transparente Integration (offener) digitaler Lehr- und Lernformate in ihre Studienangebote.

In der Gesamtschau zeigt sich, dass die Anerkennung und Anrechnung von digital erworbenen Kompetenzen trotz eines grundsätzlichen politischen Willens und des hohen Engagements einzelner Akteure vielerorts nicht klar geregelt ist. Bedenken gegenüber der Digitalisierung und institutionelle Unsicherheiten kristallisieren sich dabei oftmals besonders in Bezug auf die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Qualitätssicherung heraus. Über eventuell zusätzlich notwendige Standards, etwa zur Durchführung von Prüfungen in digitalen Kontexten, besteht keine Einigkeit. Auf Basis der Analysen und von Beispielen guter Praxis werden in der Studie Empfehlungen für zentrale Stakeholdergruppen im Umgang mit digitalen Lehr- und Lernszenarien gegeben.

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