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31.01.2018

Studie zu Sprachbiographien von Bildungsausländer(inne)n vorgestellt

Die Zahl ausländischer Studierender an deutschen Universitäten steigt. Für ihren Studienerfolg sind Deutschkenntnisse besonders wichtig. Aber wo und wann erwerben die Studierenden diese? Eine repräsentative Studie, die CHE Consult in Kooperation mit dem Goethe-Institut durchgeführt hat, zeigt: Derzeit lernt knapp die Hälfte der Studierenden, die aus dem Ausland nach Deutschland kommt, die Deutsche Sprache außerhalb von Schule oder Studium. Private Sprachkurse sowie digitale Angebote sind dabei zentral. Die andere Hälfte kommt in der Schule oder im Studium mit Deutsch in Kontakt. Allerdings haben nur sehr wenige ihre Deutschkenntnisse allein in der Schule erworben. Die überwiegende Zahl nutzt parallel auch außerschulische Angebote. In Berlin wurde jetzt die zugehörige Broschüre „Deutsch Lernen für das Studium“ vorgestellt, die eine Zusammenfassung zur Studie bietet.

„Für die Studie haben wir ausländische Studierende 22 deutscher Hochschulen befragt, die in Deutschland einen Studienabschluss anstreben“, erläutert Julia Klingemann von CHE Consult. „Wir konnten vier typische bildungsbiographische Deutschlernpfade herausarbeiten. Mit der Initiative zu dieser Studie hat das Goethe Institut einen wichtigen Beitrag zur Diskussion darüber geleistet, wie das Deutschlernen im Ausland noch besser gefördert werden kann, um jungen Menschen Perspektiven für das Studieren und Arbeiten in Deutschland zu eröffnen.“


Der Generalsekretär des Goethe-Instituts, Johannes Ebert, betonte: „Die Studie gibt uns wichtige Impulse, um die Spracharbeit des Goethe-Instituts in den kommenden Jahren noch zielgerichteter einzusetzen.“ Mit 159 Instituten in 98 Ländern fördert das Goethe-Institut die Kenntnis der deutschen Sprache im Ausland, pflegt die internationale kulturelle Zusammenarbeit und vermittelt ein aktuelles Deutschlandbild.


In der Diskussion der Ergebnisse in Berlin konnten Anregungen für notwendige politische Schlussfolgerungen gewonnen werden: Um mehr qualifizierte Studierende aus dem Ausland zu gewinnen, ist es wichtig, sicherzustellen, dass qualitativ hochwertige Möglichkeiten Deutsch zu lernen in allen bildungsbiografischen Phasen angeboten werden - von der Kindheit an und sowohl curricular als auch außerhalb von Studium und Schule.


Zudem ergab die Studie, dass mehr als jede bzw. jeder dritte Befragte (36%) in Deutschland ein MINT-Fach studiert. Unter jenen Studierenden, die direkt nach dem Schulabschluss in Deutschland studieren, sind es sogar 41 Prozent. Das bedeutet: MINT-Fächer in Deutschland zu studieren, ist für ausländische Studierende attraktiv. Die Vermittlung auch fachentsprechender Deutschkenntnisse, sind für einen späteren beruflichen Erfolg in Deutschland ausschlaggebend.


Die Studie zeigt weiterhin die gewachsene Bedeutung von selbstorganisiertem und digitalem Lernen. Rund 30 Prozent der Befragten haben sich auch selbstständig Deutsch beigebracht und rund 24 Prozent nutzen zum Deutschlernen digitale Angebote. Auf Platz 1 der genannten digitalen Lernmittel wurden Lehrvideos genannt, gefolgt von Online-Portalen, Audiokursen und Lern-Apps. Diese Möglichkeiten sollten ausgebaut und mit den bisherigen Angeboten verzahnt werden.

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