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21.12.2017

Nachhaltigkeit als Thema zur Profilbildung besonders beliebt

CHE Consult hat im Auftrag des CHE Centrum für Hochschulentwicklung untersucht, wie Hochschulen gesellschaftlich relevante Themen verwenden, um ihr Profil und ihre Stärken zu transportieren. Das Themenfeld „Nachhaltigkeit“ ist besonders beliebt. Es taucht mit 21 Nennungen am häufigsten in den Profildokumenten von annähernd 400 untersuchten Hochschulen auf. Häufiger genannt werden zudem Themen wie Menschenrechte, Globalisierung oder Digitalisierung.

Gleichzeitig wird deutlich, dass Profilkommunikation über Themen ein Spannungsfeld öffnet: Entweder sind Themenfelder von Forschung und Lehre präzise beschrieben, schließen dann aber nicht alle Forschungs- und Lehrprozesse einer Hochschule ein. Oder sie schließen alle Forschungs- und Lehrprozesse ein, werden dann aber sehr abstrakt beschrieben. Für die Studie hat CHE Consult die Profilbeschreibungen und Broschüren, Leitbilder und Mottos aller deutschen Hochschulen ausgewertet.


Die Hochschulen greifen durchweg auf sehr ähnliche Begriffe und Eigenschaftsbeschreibungen zurück. Sie bezeichnen sich als modern, innovativ und flexibel. Da solche Beschreibungen wenig differenzierend wirken, setzen Hochschulen zunehmend auf Themen in der Kommunikation ihrer Profile. Dies geschieht etwa im Namen: „Hochschule für nachhaltige Entwicklung“. Oder im Sinne eines Mottos: „Die Ressourcenuniversität“ oder „Die Universität der Informationsgesellschaft“.


Im Idealfall funktioniert ein solches Thema als roter Faden, der sich durch sämtliche Bereiche der Hochschule, von einzelnen Forschungsprojekten, inhaltlichen und didaktischen Schwerpunkten in der Lehre bis hin zur Personalauswahl, zieht. Die Untersuchung zeigt allerdings: In Form einer zusammenhängenden „Story“, die die Beiträge aus Forschung und Lehre konsequent und stringent in den Kontext gesellschaftlicher Alltagsprobleme stellt, arbeiten nur sehr wenige Hochschulen mit solchen Profilthemen.


Ungefähr ein Fünftel der Hochschulen nutzt allerdings eine „vertikale Themenkommunikation“. Diese Hochschulen fassen dabei Gegenstände oder Inhalte von Forschung und Lehre zu thematisch aufgeladenen Oberbegriffen zusammen: z.B. Mensch, Natur, Umwelt. Solche Begriffe adressieren allerdings eher diffus gesellschaftliche Problem- und Handlungsfelder und werden eben nicht in ein übergreifendes Narrativ eingebettet.


Grundsätzlich fällt auf, dass es kleineren Hochschulen leichter fällt, ihre Aktivitäten mit einem thematischen Schlagwort zu beschreiben. „Größere Hochschulen müssen, wenn sie nicht auf recht abstrakte Begrifflichkeiten ausweichen wollen, priorisieren und wesentliche, prägende Aspekte in der Kommunikation nach vorne rücken“, rät Thimo von Stuckrad, Hauptautor der Studie.  


Die Bemühungen der Hochschulen, ihre Aktivitäten auch in Alltagssprache verständlich zu kommunizieren und damit zu legitimieren, sind aus Sicht des Hochschulexperten klar erkennbar. „Wissenschaftliche Schwerpunkte über eine Bindung an Alltagsphänomene zu kommunizieren, ist ein Schritt heraus aus dem Elfenbeinturm. Dieser Ansatz schafft gesellschaftliche und politische Akzeptanz für Forschung und Lehre.“

 

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