22.09.2014

Erasmus-Mobilität erhöht die Beschäftigungsfähigkeit von Studierenden

92% der Arbeitgeber suchen Querschnittskompetenzen, die über Mobilitätsprogramme gefördert und demonstriert werden können. Dies ist eines der Ergebnisse einer Studie, die ein Konsortium unter der Leitung von CHE Consult für die Europäische Kommission erstellt hat. Neben den Auswirkungen des Programms auf die Beschäftigungsfähigkeit wurde untersucht, inwieweit das Programm ein Treiber für die Internationalisierung der Hochschulen in Europa ist und zur Schaffung eines europäischen Hochschulraums beiträgt. CHE Consult konnte zeigen, dass das Analysetool memo© insbesondere geeignet ist, diese Querschnittskompetenzen zu messen.

Das übergeordnete Ziel des Erasmus-Programms ist die Entwicklung des europäischen Hochschulraums und die Förderung von Innovationen in der Hochschulbildung. Studenten- und Personalmobilität und grenzüberschreitende wissenschaftliche Zusammenarbeit sind Schlüsselelemente in der Strategie Europa 2020 für Wachstum und Beschäftigung. Mit der Studie wollte die Europäische Kommission einen validen Einblick in die tatsächlichen Auswirkungen bekommen, die das Programm für die Teilnehmenden und das Hochschulsystem hat.

Die methodische Herausforderung bestand darin, über persönliche Einschätzungen und Meinungen hinaus Fakten zu erzeugen. In die Analyse konnten die Antworten von fast 57.000 Studierenden, 19.000 Alumni und 5.000 Mitarbeiter(innen) einbezogen werden. Das Sample ist damit größer als bei jedem Forschungsprojekt zum Thema zuvor. Zudem haben sich 964 Hochschulen und 652 Arbeitgeber aus 34 Ländern beteiligt. Dadurch dass Persönlichkeitsmerkmale der Studierenden (wie Zuversicht oder Problemlösungskompetenz) vor und nach den Auslandsaufenthalten erfasst wurden, greift die Studie erstmals konkrete Auswirkungen von Mobilität auf und analysiert sie aus der Perspektive von fünf wichtigen Zielgruppen. Gemessen werden konnte dabei nicht nur die Auswirkung der Erasmusmobilität auf die Beschäftigungsfähigkeit der Studierenden. Ebenso konnte gezeigt werden, welche Effekte das Programm auf die Internationalisierung der Hochschulen hat.

„Die Mobilität der Studierenden ist wichtig für ihre persönliche Entwicklung, unterstützt aber auch die europäische Integration und die Entwicklung der europäischen Volkswirtschaften und Gesellschaften“, sagt Uwe Brandenburg, Projektleiter bei CHE Consult. Lernen im Ausland erzeuge Kompetenzen und Fähigkeiten, die zunehmend von Arbeitgebern geschätzt würden: das Beherrschen von Sprachen, Anpassungsfähigkeit und interkulturelles Bewusstsein sowie Toleranz stehen dabei im Vordergrund.

Die grenzüberschreitende Mobilität und die internationale Zusammenarbeit der Hochschullehrer und des nicht-wissenschaftlichen Personals tragen zur Internationalisierung bei und öffnen den Blick für die Verbesserung der Bildungs- und Ausbildungsqualität. Alumni mit Mobilitätserfahrung sind zu 23 Prozent weniger arbeitslos, haben zu 44 Prozent mehr Managementpositionen und wechseln wesentlich öfter den Arbeitgeber. Ein Drittel aller Studierenden in Auslandspraktika erhält ein Jobangebot. Zudem hat Mobilität auch erheblichen Einfluss auf das Privatleben. Fast ein Drittel der Erasmus-Teilnehmer(innen) hat einen Partner mit einer anderen Nationalität und ein Viertel hat seinen Lebenspartner beziehungsweise seine Lebenspartnerin im Ausland kennengelernt.

Das Projekt umfasste drei Teile. Zunächst wurde eine umfassende Literaturrecherche und -analyse vorgenommen, um bestehende Ansätze und ihre Mängel zu erfassen und zu beschreiben. dann folgte die umfassende Befragung von Studierenden, Hochschulen und Arbeitgebern, die auch eine psychometrische Analyse umfasste. Die empirischen Forschungsergebnisse wurden durch qualitative Methoden in Expert(inn)eninterviews und Fokusgruppengesprächen geprüft und vertieft. „Wir freuen uns sehr, dass die Methoden, die wir für Hochschulen entwickelt haben, auf dieser umfassenden Ebene entscheidende Erkenntnisse bringen konnten. Der memo©-Ansatz hat sich auch in diesem Kontext bewährt und kann von jeder Hochschule angewendet werden, um den Auslandserfolg ihrer Studierenden zu erhöhen“, sagt Brandenburg.

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