28.11.2014

„Die Fakultäten waren von den QUEST-Ergebnissen beeindruckt“

Die Leibniz Universität Hannover setzt das Befragungsinstrument CHE QUEST ein, um zu beobachten, was in den Studiengängen passiert. Unabhängig davon, werden einmal im Jahr alle Studierenden befragt, welche Erfahrungen sie im Studium machen. Die Ergebnisse werden für die Fakultäten ausgewertet. Helga Gotzmann ist als zentrale Gleichstellungsbeauftragte verantwortlich für das Diversitätsmanagement an der Leibniz Universität Hannover.

Sie setzten die Studierendenbefragung CHE QUEST ein, um das Diversity-Konzept der Universität voran zu bringen? Wie funktioniert das?

Helga Gotzmann: Das Thema „Studienerfolgsmanagement & Diversität“ ist von aktueller Relevanz und begleitet uns täglich im hochschulpolitischen Alltag zum Beispiel bei der Implementierung des Diversity Managements, bei der Betreuung von Studierenden oder der Organisation von Studium und Lehre. Aktuell läuft QUEST zum zweiten Mal bei uns. Anhand der Erfahrungen und Ergebnisse der ersten Umfrage haben wir bestimmte Schwerpunktfragen zu den Themen Sprache und Lehramtsausbildung in den Fragebogen integriert.

Auch wenn wir zahlreiche eigene Befragungen und Datenerhebungen haben, haben wir uns erneut für CHE QUEST entschieden, weil das Instrument die Diversitätsdimensionen und die vielfältigen Studien-, Lern- und Lehrbedingungen einer heterogenen Studierendenschaft berücksichtigt. Vielfalt wird als Potenzial für Qualität und Anerkennung definiert und das Studium als komplexer Prozess der Adaption zwischen Studierenden und Universität verstanden. Studienerfolg wird als Indikator für Adaptionsfähigkeit benannt. QUEST ermöglicht eine differenzierte diversitätssensible Bestandsaufnahme.

Wie gehen die Fakultäten mit den Ergebnissen der Befragung um?

Helga Gotzmann: Die Fakultäten waren von den QUEST-Ergebnissen der ersten Befragung sehr beeindruckt. Hierdurch erhielten sie Informationen über die Studierenden, die es vorher nicht gab. Die vielfältigen Lebenslagen der Studierenden wurden differenzierter erkennbar. Mit Blick auf das Diversity Management als laufende Aufgabe werden konkrete Fragestellungen zum Thema Vielfalt der Studierenden intensiver diskutiert: Was bedeutet die Heterogenität der Studierenden für die Lehrenden? Für die Herstellung von Chancengleichheit und Vielfalt? Für das Studienerfolgsmanagement? Die Juristische Fakultät und die Philosophische Fakultät haben mit kleinen Projekten reagiert. Beispielsweise durch den Ausbau von Tutorien- und Mentoringprogrammen als Maßnahmen zur Verbesserung des Studienerfolgs. Andere Fakultäten haben vorhandene Maßnahmen qualitativ verbessert.

Welche Auswirkungen hat das Diversity Konzept auf die Studienqualität? Geht es um die Chancen von einzelnen oder lässt sich auf diesem Weg das Studium insgesamt verbessern?

Helga Gotzmann: Die Leibniz Universität will beides mit dem Diversität Management Konzept erreichen. Natürlich soll es um die Verbesserung der Chancen von Einzelnen gehen. Dafür haben wir zahlreiche Angebote wie beispielsweise den Familienservice, die Ombudsperson für Studium und Lehre, den Career Service, die psychologisch-therapeutische Beratung oder gezielte Programme für Studentinnen und Studenten. Die Konkretisierung des Wissens über die Heterogenität unserer Studierenden hilft, diese Angebote und Programme passgenau zu entwickeln und umzusetzen. Mit der aktuellen CHE QUEST-Studierendenbefragung versprechen wir uns hierzu weitere Erkenntnisse.

Ziel ist es selbstverständlich, das breite Handlungsfeld von Studium und Lehre zu verbessern. Wir sind aber auch in der Forschung tätig, um Diskriminierungsschutz und eine Kultur der Wertschätzung bzw. Anerkennung zu schaffen. Darüber hinaus werden im Rahmen des Qualitätsmanagements einzelne Handlungsfelder überprüft und analysiert, zum Beispiel die Möglichkeiten wissenschaftliche Sprachkompetenz zu erwerben oder die Studienabbrecherquoten oder die Angebote gegen Extremismus. Die Leibniz Universität verfolgt einen strategischen Ansatz zur Kulturveränderung, der künftig zunehmend alle Hochschulbereiche beeinflussen und prägen wird.

Ansprechpartner

Lars Hüning+49 30 2332267-56E-Mail schreiben