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13.03.2017

CHE Studie: Die nächste Hochschule ist maximal 59 Kilometer entfernt

Das starke Wachstum der Studierendenzahlen in Deutschland sorgt für immer mehr Hochschulstandorte. Eine Analyse des CHE Centrum für Hochschulentwicklung zeigt: Verantwortlich dafür sind vor allem auch Neugründungen von Fachhochschulstandorten. CHE Consult hat mit Visualisierungen und der Bereitstellungen von interaktiven Grafiken über die Software "Tableau" zur Studie beigetragen.

Von den 619 Standorten deutscher Hochschulen im Jahr 2016 sind mehr als die Hälfte in ihrer jetzigen Form erst in den letzten 25 Jahren entstanden. Die meisten neuen Hauptstandorte entstanden in Berlin (28 Gründungen), Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen (jeweils 27). Viele Neugründungen erfolgten in Großstädten und Ballungszentren, in denen es bereits zuvor Hochschulen gab. Hierzu zählen insbesondere Berlin und Hamburg, aber auch Köln, München und Stuttgart. Aber auch Regionen abseits der Ballungszentren profitierten laut CHE Studie von der Entwicklung. Mehr als ein Drittel aller neuen Standorte entstand in Kreisen oder kreisfreien Städten, in denen es zuvor kein Hochschulangebot gab.

 

Die hohe Zahl der Standorte führt laut CHE dazu, dass in Deutschland Studieninteressierte maximal 59 Kilometer Luftlinie zurücklegen müssen, um eine Hochschule zu erreichen. Jeder Einwohner von Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Hessen erreicht die nächste Hochschule in weniger als 40 km Luftlinie.

 

Für das starke Wachstum bei den Standorten sind dabei besonders die Fachhochschulen verantwortlich. 84 Prozent an allen Gründungen im Zeitraum 1991 bis 2016 betrafen diesen Hochschultyp. Hierbei dominierten besonders die nicht-staatlichen Institutionen mit einer Vielzahl an Nebenstandorten. Hatten private Fachhochschulen 1990 lediglich vier Nebenstandorte, stieg deren Zahl bis 2016 auf 116. Die Standorte in kirchlicher Trägerschaft machen bei dieser Entwicklung nur einen sehr geringen Anteil aus.

 

Das CHE Centrum für Hochschulentwicklung hat zusammen mit CHE Consult die Ausbreitung der Hochschulstandorte in Deutschland analysiert. Hierzu wurden Daten des Hochschulkompasses der Hochschulrektorenkonferenz sowie des CHE Hochschulrankings, ergänzt durch eigene Recherchen, verwendet. Die Darstellungen bilden die deutsche Hochschullandschaft im Jahr 2016 ab. Im Zentrum der Analyse standen die Neugründungen nach Hochschultyp und Trägerschaft auf Bundesländer- und Kreisebene. Die Postleitzahlenbezirke dienten als Grundlage für die Bestimmung der maximalen Entfernung zum nächsten Hochschulort. Die Publikation „Im Blickpunkt: Hochschulbildung wird zum Normalfall – auch in räumlicher Hinsicht? – Eine Analyse zur Ausbreitung der Hochschulstandorte seit 1990“ ist Teil des CHE Themenschwerpunktes „Hochschulbildung wird zum Normalfall“.

 

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