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08.12.2017

CHE Prognose: Ansturm der Studienanfänger hält dauerhaft an

Im Auftrag des CHE Centrum für Hochschulentwicklung hat CHE Consult Modellrechnungen zur Entwicklung der Studiennachfrage durchgeführt. Demnach bleibt die Zahl der Studienanfänger bis 2050 bei über 425.000 pro Jahr und damit weit über dem Niveau von 2005. Das CHE sieht daher die gesamtstaatliche Aufgabe einer dauerhaften und verlässlichen Neuordnung der Hochschulfinanzierung über den bisherigen Hochschulpakt hinaus.

Im Jahr 2005 lag die Zahl der jährlichen Studienanfänger in Deutschland bei rund 350.000. Aktuell beginnen pro Jahr etwa eine halbe Million Menschen eine akademische Ausbildung. Bis zum Jahr 2050 wird die Zahl der Erstsemester zwar nach einer Wellenbewegung zurückgehen, aber nicht mehr unter die Marke von 425.000 sinken. Die prognostizierten Werte gehen dabei von einer unveränderten Studierneigung in der Bevölkerung aus. Sollten noch mehr Personen ein Studium anderen Ausbildungswegen vorziehen, dann würde die Zahl der Studienanfänger noch höher liegen.  


Die Finanzierung der hohen Studierendenzahlen sei eine gesamtstaatliche Aufgabe und nicht mehr mit einem zeitlich begrenzten Hochschulpakt zu bewältigen, folgert Jörg Dräger, Geschäftsführer des gemeinnützigen CHE in Gütersloh: „Für ein Studienhoch, das sich über mehr als 40 Jahre erstreckt, kann nicht alle paar Jahre die Finanzierung neu verhandelt werden.“ Die Mittel des Hochschulpaktes müssten verstetigt werden, um eine dauerhafte, verlässliche Finanzierung der Studienplätze im gesamten Hochschulsystem zu erreichen. 


Die Modellrechnungen zeigen auch die jeweiligen regionalen Entwicklungen: 2017 bis 2050 wird es in den meisten Bundesländern in jedem Jahr mehr Studienanfänger als 2005 geben, allerdings mit unterschiedlichen Ausschlägen nach oben und unten. Daher fordert das CHE, wettbewerbliche Elemente dürften bei einer Verstetigung der Finanzierung nicht fehlen. Die Finanzierung der Studienplätze müsse flexibel sein. Spielregeln für den Umgang mit unvorhersehbaren Schwankungen, z.B. durch Einwanderung oder höhere Bildungsbeteiligung, sollten von Beginn an festgelegt werden, damit Hochschulen verbindliche Planungsgrundlagen hätten.


In den Modellrechnungen zur Entwicklung der Studiennachfrage wurde in einem Basismodell die Zahl der Studienanfänger in den Ländern ausschließlich durch Annahmen über die demographische Entwicklung von Altersgruppen und ausländischen Studierenden prognostiziert. Hierbei gingen die Autoren von gleichbleibenden Bedingungen z.B. im Hinblick auf die Studierneigung aus.  In einem Szenarienmodell wird zudem jeweils die Entwicklung bis 2050 bei einem moderaten Wachstum der Studierneigung durchgespielt.


Verfasser der Studie „Auf dem Hochplateau der Studiennachfrage: Was kommt danach? Modellrechnungen zur Entwicklung der Studienanfängerzahlen bis zum Jahr 2050“ sind Thimo von Stuckrad, Christian Berthold und Tim Neuvians. Die Publikation ist Teil des CHE Themenschwerpunktes „Hochschulbildung wird zum Normalfall“.

 

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