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22.12.2010: Bildungsstudie BiKS: Migranten setzen übergroße Hoffnungen in das deutsche Bildungssystem
Studien wie PISA oder IGLU zeigen immer wieder, dass Migranten bei gleicher Schulleistung wesentlich höhere Bildungsziele haben als Einheimische. Die Bamberger Bildungsstudie BiKS hat Ursachen und Ausprägungen dieses Phänomens untersucht – und dabei entdeckt, wie der Wunsch nach sozialem Aufstieg die Hoffnungen in das deutsche Bildungssystem übergroß werden lässt.

Insbesondere bei türkischen Einwanderern ist in Deutschland die Diskrepanz zwischen den ambitionierten Zielen einerseits und den schwachen schulischen Leistungen andererseits besonders ausgeprägt. Die Bildungsstudie BiKS (Bildungsprozesse, Kompetenzentwicklung und Selektionsentscheidungen im Vor- und Grundschulalter) der Otto-Friedrich-Universität Bamberg untersuchte, wie es zu diesen überhöhten Bildungsaspirationen von Migranten kommt.

Dabei werteten die Bildungsforscher Prof. Dr. Hans-Peter Blossfeld, Inhaber des Lehrstuhls für Soziologie I, Ilona Relikowski, Erbil Yilmaz und ihr Team etwa 2000 qualitative und quantitative Interviews aus. Sie konnten nachweisen, dass für Migranten vor allem das soziale Aufstiegsmotiv bei der Bildungswahl im Vordergrund steht. Gerade türkische Migranten verfügen im Vergleich zu Einheimischen (aber auch zu anderen Einwanderergruppen) über niedrigere Bildungsabschlüsse und werden daher sehr häufig in den unteren Rängen der Berufshierarchie platziert. Was sie selbst schulisch und beruflich nicht erreichen konnten, sollen nun ihre Kinder schaffen. Hoher Bildung wird dabei ein besonderer Stellenwert als Instrument für späteren Arbeitsmarkterfolg beigemessen. Für die Realisierung dieser Ziele setzen die Migranten große Hoffnung in das deutsche Bildungssystem, da es aus ihrer Sicht sehr viel bessere Möglichkeiten verspricht, einen hohen Abschluss zu erzielen.

Die Hoffnung auf ein besseres Leben für die Generation der Kinder durch Bildung wird in der Literatur mit dem Begriff Immigrant Optimism beschrieben. Diesen Optimismus haben besonders jene Migranten, die aus Ländern stammen, in denen der Zugang zu höherer Bildung erschwert ist. Nicht nur der individuelle Bildungshintergrund oder die eigene berufliche Situation spielen also eine entscheidende Rolle, sondern vor allem auch die strukturellen Möglichkeiten auf höhere Bildung im Herkunftsland, an welchen sich die Eltern orientieren.

Die Bamberger Bildungsstudie liefert Hinweise darauf, dass dieser Bildungsoptimismus durch eine relativ geringe Informiertheit über das deutsche Schulsystem verstärkt wird. Migranten nehmen die Selektionsmechanismen in Form von Schulnoten und ihre eingeschränkte Wahlfreiheit beim Übertritt in die weiterführenden Schulformen weniger wahr als einheimische Eltern. Sie tendieren dazu, das Lernen und die Förderung der Schüler an die Lehrer zu delegieren. Vor allem türkische Migranten neigen dazu, die Schulleistungen ihrer Kinder stark zu überschätzen, was in besonders hohen Bildungszielen resultiert.

Viele Migranten haben nur geringen Einblick in den Schulalltag und können das Kind in schulischen Belangen nur wenig unterstützen. Aufgrund der damit einhergehenden Informationsdefizite formieren sich ihre Bildungsziele eher auf Basis einer globaleren Wahrnehmung des Kindes, also z.B. auf der Grundlage eines Gefühls, dass ihr Kind gerne in die Schule geht und Freude am Lernen hat.

Die Resultate der Bamberger Bildungsstudie zeigen außerdem, dass Informationsdefizite dieser Art durch einen geringeren Integrationsgrad verstärkt werden. Gehen Migranten Beziehungen mit einheimischen Partnern ein und sind sie mit der deutschen Sprache, Kultur und Lebensweise besser vertraut, so schwächen sich deren teilweise unrealistische Bildungsziele deutlich ab. Dass insbesondere türkische Einwanderer solch hohe Bildungsaspirationen aufweisen, hängt also auch mit ihrer stärkeren Konzentration in innerethnischen Netzwerken in Deutschland zusammen.In den Interviews mit türkischen Eltern hat sich schließlich herausgestellt, dass einige der Auffassung sind, ihr Kind würde in der Schule diskriminiert bzw. benachteiligt werden. Durch diese Wahrnehmung von Diskriminierung werden ihre hohen Bildungsaspirationen weiter verstärkt. Denn die Migranteneltern versuchen diese Benachteiligung durch die Wahl höherer Schulformen auszugleichen.

Die Studie mit dem Titel „Wie lassen sich die hohen Bildungsaspirationen von Migranten erklären? Eine Mixed-Methods Studie zur Rolle von Bildungsdifferenzen, Informationsdefiziten und antizipierter Diskriminierung" wird in der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie erscheinen.


Fragen zu der Studie beantwortet:
Ilona Relikowski
Tel.: +49 (0)951 863-3140
+49 (0)951 863-3140     
ilona.relikowski@uni-bamberg.de

Quelle: idw-online.de

22.6.2010: Der allgemeine Studierfähigkeitstest SAT wirkt diskriminierend

Bereits seit Jahrzehnten gibt es den Verdacht, dass der allgemeine Studierfähigkeitstest SAT, wie er insbesondere in den USA bei der Hochschulzulassung angewendet wird, ethnisch diskriminiert. Auffällig ist, dass African-Americans in dem Test bei schwierigeren Fragen besser abschnitten, bei leichteren aber schlechter - und dadurch durchschnittlich schlechtere Ergebnisse erzielen. Dies wird so erklärt, dass scheinbar leichte Fragen alltagssprachliche Wörter beinhalten, die stark kulturell determiniert sind und sich in ihrer Bedeutung bei den verschiedenen sozialen Gruppen unterscheiden, während schwierige Fragen selten benutzte, aber eindeutig bestimmbare Begriffe beinhalten.

Zum Bericht in der Washington Post mehr


Der Bildungsbereich der Bertelsmann Stiftung beschäftigt sich seit einigen Jahren verstärkt mit der Frage, wie Bildungssysteme integrativer und gerechter gestaltet werden können.
Ziel des Programms „Wirksame Bildungsinvestitionen" der Bertelsmann Stiftung ist es, allen Kindern unabhängig von ihrem sozioökonomischen und kulturellen Hintergrund die Teilhabe an guter öffentlicher Bildung zu ermöglichen. Kernfrage ist, wie Finanzierung und Steuerung des Bildungssystems gestaltet werden kann, damit Bildungsangebote für alle Kinder wirksam werden.
Grundpositionen
...zum Projekt

08.03.10: „Struktur oder Flexibilität? Wie wird die Hochschule unterrschiedlichen Studierenden gerecht?“
Prof. Dr. Hans N. Weiler sprach auf dem „Bologna-Kongress" der baden-württembergischen Landesregierung am 8. März 2010 und stellte dar, was aus seiner Sicht die Schlussfolgerungen aus den Protesten gegen die Bologna-Reform sein müssten. Insbesondere nannte er die Notwendigkeit stärker zu differenzieren: nach institutionellen Optionen, nach dem Hochschulzugang, nach Studienangeboten, und zwischen „Studienkulturen" zu unterscheiden, also unterschiedlichen Herangehensweisen der Studierenden an ihr Studium. Der Vortrag kann hier heruntergeladen werden.

08.07.2010: Indikatorenbericht zur Integration erschienen

Der 8. Bericht über die Lage der Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland kann einige Erfolge in der Integrationspolitik belegen. Insgesamt lasst der Bericht jedoch den Schluss zu, dass Personen mit Migrationshintergrund bis in die zweite und dritte Generation unter Benachteiligung und strukturelle Diskriminierung, insbesondere im Bildungsbereich.
Presseerklärung von Staatsministerin Böhmer ...mehr
Download des Berichts (als pdf) ...mehr


Start des neuen Augsburger Promotionskollegs "Heterogenität und Bildungserfolg"
An der Universität Augsburg wurde das von der Hans Böckler Stiftung finanzierte Promotionskolleg "Heterogenität und Bildungserfolg" eröffnet. Dieses bietet eine strukturierte Doktorandenausbildung und verfolgt den Anspruch, zu einer gerechteren Verteilung von Bildungschancen im deutschen Bildungssystem beizutragen.
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23.04.10: Akademikerkinder bleiben weiterhin unter sich
Die Bildungsbeteiligung von Akademikern und Nicht-Akademikern im deutschen Hochschulsystem ist sehr ungleich verteilt. Von 100 Akademiker-Kindern studieren 71, von 100 Nicht-Akademiker-Kindern nur 24. Die neue, 19. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks zeigt: Hochschulbildung wird immer stärker von Akademiker-Generation zu Akademiker-Generation weitervererbt.
Die Ergebnisse der 19. Sozialerhebung sind hier verfügbar.

14.05.2010: "ungleich besser" - Verschiedenheit als Chance: Ein Wettbewerb des Stifterverbandes für Hochschulen zum Thema Diversity Management
Der Stifterverband ruft einen Benchmarking Club ins Leben, der unter der Leitung von CHE Consult die Grundlagen für ein Diversity-Audit erarbeiten soll. Interessierte Hochschulen können sich bis zum 11. Juni 2010 bewerben. Zur Ausschreibung... mehr

21.05.2010: Ergebnisse des "Integrationsbarometers" sind erschienen
Der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration veröffentlicht regelmäßig einen Bericht zur Lage der Integration in Deutschland. In diesem Jahr wurde der Bericht um die Ergebnisse des sog. Integrationsbarometers ergänzt. ...mehr

02.06.2010: CHANCE HOCH 2 - Bildungskette an der Universität Duisburg-Essen
Erstmalig in Deutschland fördert die Universität Duisburg-Essen mit Unterstützung der Stiftung Mercator  Jugendliche mit Migrationshintergrund und aus Nicht-Akademikerfamilien in einem langfristig angelegten Projekt bei der Entscheidung für ein Studium. Schüler(innen) ab der Klassenstufe 9 und 10 werden bis zum Bachelorabschluss gezielt gefördert. Ziel ist, den Anteil von Abiturienten sowie Hochschulabsolventen mit Migrationshintergrund und aus nicht-akademischen Familien zu erhöhen.
Informationen über das Projekt mehr
Stellenausschreibung für die Projektkoordination mehr

07.06.2010: GWK-Ausschreibung zum Wettbewerb „Offene Hochschule“
Bund und Länder haben in der GWK-Sitzung am 28. Mai 2010 den von Bund und Ländern gemeinsam getragenen Wettbewerb "Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen" vereinbart. Für die Finanzierung des Wettbewerbs stellt der Bund 2010 bis 2018 insgesamt 250 Mio. Euro zur Verfügung, und die Länder stellen die Gesamtfinanzierung sicher. Die Ausschreibung des Wettbewerbs erfolgt im Sommer 2010 und erste Projektbewilligungen können schon Ende des Jahres 2010 vorliegen.
Pressemitteilung der GWK mehr

07.06.2010: Newsletter zu Diversity Management an Hochschulen gestartet

CHE Consult bietet für alle Interessierten einen Newsletter, der in unregelmäßigen Abständen über neue Projekte, Ausschreibungen und Entwicklungen informiert, die dem Thema "Umgang mit Vielfalt an der Hochschule" gewidmet sind. Der Newsletter kann hier abonniert werden.


08.06.2010: Baden-Württemberg fördert mehrere Projekte zur Flexibilisierung des Studiums
Die Flexibilisierung des Studiums - im Hinblick auf die zeitlichen Anforderungen ebenso wie im Hinblick auf Individualisierungsmöglichkeiten - gilt als ein zentraler Aspekt, wenn es darum geht, den Umgang mit Vielfalt in der Studierendenschaft zu verbessern. Baden-Württemberg fördert nun zwei Projekte, eines an der Universität Heidelberg und eines an der Hochschule Heilbronn, die beide explizit den Umgang mit Diversität zum Thema haben. Während Heilbronn vor allem Diversität in Bezug auf Leistungs- und Kenntnisstand am Studienanfang, insbesondere in den technischen Fächern, ins Auge fasst, will die Universität Heidelberg mit der Etablierung von Teilzeitstudienmöglichkeiten Folgen sozialer Diversität aufgreifen.

Teilzeitstudium an der Universität Heidelbergmehr
"Studienmodell Individuelles Lernen" an der Hochschule Heilbronnmehr


21.06.2010: Berufschancen von Migranten

Auch in der Schweiz haben junge Menschen mit Migrationshintergrund, in der Schweiz "Secondos" genannt, bei Eintritt ins Berufsleben erhebliche Startschwierigkeiten. Dank staatlichen Hilfsmassnahmen finden junge ausländische Erwachsene vermehrt Lehrstellen und Arbeitsplätze, freilich oft unten in der sozialen Hierarchie. Dazu kommen Stigmatisierungen im Alltag. Auch aufstiegswillige Secondos ziehen sich in der Folge enttäuscht in ihre private Lebenswelt zurück und wenden sich von der Schweiz ab. Zu diesem Ergebnis kommt eine vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) unterstützte Längsschnittstudie, die in Emmen durchgeführt wurde. Zur Pressemeldung mehr  

Das deutsche Institut zur Zukunft der Arbeit kam im Februar diesen Jahres zu ähnlichen Ergebnissen für die deutschen "Secondos".  Zur Pressemeldung mehr


22.06.2010: Bildungsbericht erschienen

Der Bildungsbericht wird alle zwei Jahre von einem Konsortium von Bildungsforschungseinrichtungen veröffentlicht und betrachtet alle Bereiche der Bildung, vom Kindergarten über die Hochschulbildung bis zur Weiterbildung. Der dritte Bildungsbericht 2010 geht vertieft auf die Auswirkungen des demographischen Wandels auf das deutsche Bildungswesen ein.

Zur Webseite "Bildungsbericht.de" mehr


07.07.2010: Diversity Management am Kap und in Deutschland - Südafrikanischer Gastwissenschaftler bei CHE Consult
Pieter Vermeulen ist Professor für Mathematik und seit Jahrzehnten in der Hochschulplanung und –steuerung in Südafrika tätig. Seit dem 1.7.2010 ist er für drei Monate bei der CHE Consult GmbH in Gütersloh zu Gast. Er untersucht, wie sich Ansätze von Diversity Management im Hochschulbereich in Deutschland und Südafrika unterscheiden und wie die Hochschulen der beiden Länder möglicherweise voneinander lernen können. Der Studienaufenthalt wird durch ein Stipendium der Alexander-von-Humboldt-Stiftung unterstützt und von Prof. Uwe Schimank, Universität Bremen, betreut. ...mehr

08.07.2010: Keine reine Eliteförderung – Vorschläge zum Nationalen Stipendienprogramm
Am Freitag, 9. Juli 2010 steht das zustimmungspflichtige „Gesetz zur Schaffung eines Nationalen Stipendienprogramms" auf der Tagesordnung des Bundesrats. Der federführende Ausschuss für Kulturfragen und der Finanzausschuss hatten allerdings zuvor bereits den Beschluss gefasst, eine Zustimmung nicht zu empfehlen. Sollte eine Einigung im Vermittlungsausschuss nötig sein, können Verbesserungen des Konzepts vorgenommen werden. Zur CHE-Pressemeldung ...mehr

09.07.2010: Chancen im Bildungswesen soll künftig jährlich untersucht werden

Die Bertelsmann Stiftung wird künftig gemeinsam mit dem Institut für Schulentwicklungsforschung jährlich den Chancen-Spiegel veröffentlichen, der die Entwicklung der Chancen im deutschen Bildungswesen sowohl im Ländervergleich als auch im internationalen Vergleich reflektieren wird. ...mehr


15.07.2010: "Ungleich besser!" - Stifterverband fördert ein Projekt zur Entwicklung eines Diversity-Auditierungsverfahrens

Vier Universitäten, drei Fachhochschulen und eine Kunsthochschule werden im Rahmen eines Benchmarking-Prozesses Qualitätsstandards für ein Diversity-Audit erarbeiten. Dieser Prozess wird über zwei Jahre laufen und von CHE Consult koordiniert.

Pressemeldung des Stifterverbands ...mehr
Informationen von CHE Consult...mehr

16.08.2010: Fördermöglichkeit für Studierende zur Tagungsteilnahme
Zur Teilnahme an der Tagung „Nur die Harten komm' in' Garten? - Diversity Management an Hochschulen" am 21. und 22. Oktober 2010 im Ludwig Erhard Haus in Berlin gibt es für interessierte Studierende eine Fördermöglichkeit: Die Telekom AG unterstützt die Teilnahme für zehn Studierende und finanziert ein Anteil an den Reise- und Übernachtungskosten (bis zu 200 Euro). Bei mehr als zehn Interessent(inn)en entscheidet das Los. Wenn Sie Studentin oder Student sind und an der Tagung teilnehmen wollen, schicken Sie bitte eine Mail mit dem Betreff „Vielfalt als Chance" an lena.dreblow@che-consult.de. Bewerbungsschluss ist der 30.09.2010. Weitere Informationen... mehr

17.08.2010: Haupttest der Studierendenbefragung QUEST erfolgreich abgeschlossen
Im Kontext des Projekts "Vielfalt als Chance" entwickelt CHE Consult mit Unterstützung der Projekthochschulen den Studierendenfragebogen QUEST, der neben soziometrischen auch studienrelevante psychometrische Aspekte erfasst. Ziel ist es, handlungsleitende Informationen über die tatsächliche Vielfalt der Studierendenschaft zu sammeln. Die Testphase für QUEST hat nun eine wichtige Hürde genommen: Der Haupttest ist erfolgreich verlaufen. Der Bericht zum Retest, der bereits abgeschlossen ist, wird im September erscheinen und das Fragebogeninstrument QUEST in der Endfassung vorstellen. Download des Berichts... mehr

24.08.2010: Hochschul-Leitbilder enthalten selten einen Bezug auf Vielfalt

In einer Untersuchung der Leitbilder von deutschen Hochschulen kommt der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft zu dem Schluss, dass diese nicht nur wenig spezifisch sind, sondern auch nur selten Bezug nehmen auf die gesellschaftliche Verantwortung der Hochschule:

"Auffallende Leerstellen gibt es auch im Themenfeld Hochschule und Gesellschaft. Das Thema findet zwar in fast allen Leitbildern Erwähnung, beschränkt sich aber in aller Regel auf Forschungsleistungen für die Region oder das gesellschaftliche Umfeld. Hinweise zum Umgang mit gesellschaftlichen Herausforderungen, z. B. die aktive Rekrutierung von und der besondere Umgang mit nicht-traditionellen Studierenden, Migranten etc. finden sich in den universitären Leitbildern nicht, bei den Fachhochschulleitbildern immerhin vereinzelt (8 %)." ... mehr


25.08.2010: Bericht des Best practice-Club "Familie in der Hochschule" erschienen
Immer mehr rückt der Beitrag der Hochschulen zu gesellschaftlichen Zielsetzungen in den Mittelpunkt. Dazu gehört mittlerweile eine deutlich stärkere Familienorientierung. Die Robert Bosch Stiftung, der Beauftragte der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer und das CHE haben diesen für alle gesellschaftlichen Bereiche wichtigen Aspekt schon 2007 für die Hochschulen benannt und einen best practice-Club für familienorientierte Hochschulen gegründet. Aufgenommen wurden Hochschulen, die sich anspruchsvolle familienorientierte Vorhaben auf die Fahnen geschrieben hatten. Der Abschlussbericht dokumentiert die gemeinsame Arbeit des best practice-Clubs, die Projektergebnisse seiner Mitgliedshochschulen sowie zentrale Projektergebnisse. ... mehr

02.09.2010: Hochschule aus CHE-Projekt für Familienfreundlichkeit ausgezeichnet
Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) ist mit ihrem Projekt „Familien-LOM" eines der guten Beispiele des „best practice-Club Familie in der Hochschule". Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft würdigt heute das zentrale Vorhaben der MHH im Club, das „Familien-LOM", als eine innovative Idee zur Familienorientierung als „Hochschulperle" des Monats September 2010. Weitere Informationen zum Projekt bietet der Abschlussbericht von „Familie in der Hochschule". ... mehr

13.09.2010: Studierende mit Migrationshintergrund sehen sich nicht benachteiligt
Wichtige Informationen über die individuelle Studiensituation fehlten, wie beispielsweise die Art der Studienfinanzierung oder ob Kinder versorgt werden müssten. Ohne Detailinformation können viele sinnvolle Maßnahmen zur Verbesserung des Studienerfolgs nicht konzipiert werden. Das Befragungsinstrument QUEST soll Abhilfe schaffen, dessen innovativer Charakter gerade in einer Kombination von soziometrischen (wie soziale Herkunft) und psychometrischen Dimensionen (wie Zielstrebigkeit) besteht. In der Entwicklungsphase wurden über 1.000 Studierende an den Pilothochschulen befragt. Dabei zeigt sich beispielsweise: Es sind keine signifikanten Unterschiede zwischen Studierenden mit und ohne Migrationshintergrund feststellbar. ... mehr

25.09.2010: Diversität kaum Thema in den Leitbildern deutscher Hochschulen
Der Stifterverband für die deutsche Wissenschaft hat die Leitbilder deutscher Hochschulen analysiert. Trotz der wachsenden Aufmerksamkeit für das Thema Diversität an den Hochschulen: In den Leitbildern spiegelt sich das derzeit noch nicht wider. Nur in Einzelfällen werden Ziele und Visionen in Bezug auf die Vielfalt der Studierendenschaft formuliert - vor allem unter dem Aspekt "Hochschule und Gesellschaft". Keines der analysierten Leitbilder formuliert allerdings für die Lehre, wie die zunehmende Diversität der Studierendenschaft produktiv aufgegriffen werden soll. ... mehr

19.10.2010: Konferenz "Intercultural meetings within institutional borders" am 25.-27. November 2010 in Oslo.
Am 25.-27. November 2010 findet in Oslo die Konferenz "Intercultural meetings within institutional borders" statt. Sie wird veranstaltet vom Nordic Network for Intercultural Communication 2010. Anmeldeschluss ist der 29. Oktober. Weitere Informationen über die Konferenz und die Anmeldung unter http://www.hio.no/nic2010.

25.10.2010: Wie erreichen technische Studiengänge einen höheren Frauenanteil?
Das internationale Projekt HELENA, gefördert im 7. Forschungsrahmenprogramm der EU und koordiniert vom Institute for Gender Studies of Siaulai University in Litauen, geht der Frage nach, ob Interdisziplinarität die Gender Balance in ingenieurwissenschaftlichen und technischen Studienprogrammen erhöhen und insgesamt mehr junge Menschen für ein solches Studienprogramm begeistern kann. Die Abschlusskonferenz findet am 23. und 24. Juni 2011 in Paris statt.

25.10.10: Vielfalt als Ziel akzeptieren
Internationale Tagung zeigt unterschiedlichen Umgang mit einer heterogenen Studierendenschaft - Der Zugang zur höheren Bildung ist in den meisten Ländern selektiv. Zahlreiche nationale und internationale Studien weisen allerdings darauf hin, dass die Auslese nicht nur nach Potential und Leistung erfolgt. Vielmehr sind bestimmte gesellschaftliche Gruppen auch aus sozialen und kulturellen Gründen unterrepräsentiert. Wie in unterschiedlichen Ländern mit diesem gesellschaftlichen Problem umgegangen wird untersuchte eine internationale Tagung der CHE Consult GmbH in Berlin. „Wir wollen die Chancen freilegen, die in einem konstruktiven Umgang mit Vielfalt stecken", sagt CHE Consult Geschäftsführer Christian Berthold. Dazu sei der Blick über den nationalen Tellerrand notwendig. ... mehr

25.10.2010: 2011 ist Jubiläumsjahr - 20 Jahre European Access Network - EAN

2011 wird das EAN 20 Jahre alt. Zum Jubiläum findet die jährliche Konferenz am 21.-23. Juni 2011 in Amsterdam statt. Das Call for Papers wurde noch nicht veröffentlicht. Weitere Informationen unter http://www.ean-edu.org/


26.10.2010: Vielfalt an der Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften

Die Stabsstelle Diversity/Gender an der ZHAW - Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften führt am 18.11.2010 eine Veranstaltung zum Thema Diversity an der Hochschule durch. Im Zuge der Veranstaltung wird auch der Gender Studies Förderpreis ZFH verliehen. weitere Informationen zur Tagung


15.11.2010: Tagung „Diversity & Gender Marketing“ in Berlin

Tagung „Diversity & Gender Marketing" am 7. Dezember 2010 in Berlin - MBA in Diversity Management startet im April 2011 an der HTW Berlin

Das Berliner Institut für Akademische Weiterbildung (BIfAW) der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin lädt am 7. Dezember zur Tagung „Diversity & Gender Marketing" ein. Im Fokus der Veranstaltung stehen Marketingmaßnahmen für Frauen, die neben ökonomischen Gewinnen auch emanzipatorischen Ansprüchen gerecht werden sollen. Die Tagung findet im Zusammenhang mit dem in Deutschland einzigartigen berufsbegleitenden MBA-Studiengang Diversity Management statt. Der startet zum Sommersemester 2011 am Berliner Institut für Akademische Weiterbildung (BIfAW) der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) Berlin unter der Leitung von Prof. Dr. Reinhold Roski.


7.12.2010: Veranstaltungsreihe “Potenzial Vielfalt – Diversity Policies an der Goethe-Universität Frankfurt/Main“
Die Veranstaltungsreihe bildet den Auftakt zu der Einführung von  Diversity Policies an der Goethe-Universität. Auf Grundlage der Vorträge von Diversity-ExpertInnen lädt sie ein zu einer intensiven Auseinandersetzung mit Vielfalt und Ungleichheit an Hochschulen. Weitere Informationen unter folgendem Link: http://www.gleichstellungsbuero.uni-frankfurt.de/diversity/index.html

21.12.2010: "Migranten für die Zukunft" - Artikel in der duz
Im duz MAGAZIN 01/11 vom 17.12.2010 berichtet Benjamin Haerdle von verschiedenen Fachhochschulen, die sich zukünftig verstärkt für hochschulfern aufgewachsene Personen öffnen wollen. Unter diesen sollen offenbar insbesondere Zuwandererkinder fokussiert werden. Allerdings ist es trotz politischer Unterstüzung schwierig, eine Finanzierung für zusätzliche Angebote zu bekommen. zum Artikel

22.12.2010: Programm der Studienstiftung fördert Erstakademiker und Migranten
Mit einem neuen „Chancenprogramm" will die Studienstiftung des deutschen Volkes gezielt Erstakademiker, Studierende mit Migrationshintergrund, Fachhochschulstudierende und Frauen ansprechen. Ziel ist es, mehr Vorschläge und Bewerbungen von bislang unterrepräsentierten Gruppen zu erhalten sowie in der Förderung spezielle Angebote für diese Gruppen zu entwickeln. Für die Umsetzung des Chancenprogramms hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung zusätzlich mehr als 4,6 Millionen Euro bis zum Jahr 2012 bewilligt. Bereits im vergangenen Jahr hat die Studienstiftung die Weichen für eine stärkere Chancengleichheit bei den Zugangswegen gestellt. Viele Studien belegen, dass in Deutschland der Erfolg im Bildungssystem besonders stark von der sozialen Herkunft abhängt. Dies spiegelt sich auch in den Vorschlägen für die Studienstiftung wider. Daher hat die Studienstiftung Anfang 2010 ihr traditionelles Vorschlagssystem um die Selbstbewerbung mit Auswahltest ergänzt und insbesondere leistungsstarke Kandidaten aus nichtakademischem Elternhaus zur Bewerbung ermutigt. Mit Erfolg: 35 Prozent der Testteilnehmer waren Erstakademiker. Darüber hinaus sind durch gezielte Werbung an den Schulen die Vorschläge von Abiturienten aus nichtakademischem Elternhaus von bislang ca. 20 in diesem Jahr auf 26 Prozent gestiegen.

Bei den Auswahlseminaren sind Erstakademiker und Migranten dann genauso erfolgreich wie Kandidatinnen und Kandidaten aus Akademikerfamilien. Zwei kleinere Analysen haben gezeigt, dass die Auswahlseminare der Studienstiftung fair sind und keine soziale Selektivität aufweisen. Dennoch wird die Studienstiftung im kommenden Jahr ihre Auswahl erstmals extern evaluieren lassen. Darüber hinaus soll die Auswahlkommission in neuen Schulungen stärker als bislang in Bezug auf Chancengleichheit sensibilisiert werden.

Anfang 2011 geht auch die Selbstbewerbung in die zweite Runde: Vom 10. Januar bis zum 15. Februar können sich Studierende, die im ersten oder zweiten Semester an einer Universität oder Fachhochschule studieren, wieder für den Test anmelden (reduzierte Gebühr für Studierende aus nichtakademischem Elternhaus und BAföG-Empfänger). Bundespräsident Christian Wulff, der vor wenigen Wochen die Schirmherrschaft über die Studienstiftung übernommen hat, schreibt Mitte Dezember: „Ich bin sicher, nicht zuletzt durch solche Maßnahmen der Chancenförderung wird die Arbeit der Studienstiftung auch künftig erfolgreich dafür sorgen, dass wir in Deutschland die Begabungen unserer jungen Frauen und Männer sorgfältig erkennen und entwickeln, dass wir ihren Wert zu schätzen wissen." Soziale Verantwortung fördern heiße auch, sozial verantwortlich zu fördern.

Weitere Informationen:
http://www.studienstiftung.de
http://www.studienstiftung.de/selbstbewerbung.html - weitere Informationen zur Selbstbewerbung
http://www.studienstiftung.de/schirmherr.html - Grußwort des Bundespräsidenten

Quelle: http://idw-online.de/pages/de/news402795

19.01.2011: Projekt "Heymat" der HU Berlin überprüft Sarrazin-Schlussfolgerungen
Das Projekt Heymat - Hybride europäisch-muslimische Identitätsmodelle - an der HU Berlin (Projektleitung: Dr. Naika Foroutan und Dr. Isabel Schäfer) hat sich der Aufgabe angenommen, die Thesen von Thilo Sarrazin zur Integration insbesondere von türkischen und arabischen Immigrant(inn)en zu überprüfen. Zentrale Erkenntnis für den Bildungsbereich ist: "Die konsequent vertretene These Thilo Sarrazins, dass speziell bei der Gruppe der Muslime in Deutschland keine positive Entwicklung der Bildungssituation zu konstatieren sei, die auf kulturelle Grundmuster der Sozialisation zurückzuführen ist, findet keine Entsprechung im statistischen Datenmaterial und ist empirisch nicht haltbar. Die Dynamik des Bildungserfolges ist über die Generationenfolge klar erkennbar und müsste in eine Zukunftsprognose als solche mit einfließen." (aus: Sarrazins Thesen auf dem Prüfstand, Seite 12). Das Dossier kann auf der Webseite des Projekts Heymat heruntergeladen werden.

19.01.2011: Leistung, Herkunft und Studienwahl - ein neues Urteil zu Affirmative Action in den USA
Das Online-Journal "Inside Higher Education" berichtet von einem Urteil eines Bundesgerichts, das die University of Texas in Austin darin bestärkt, race als ein Kriterium bei der Hochschulzulassung beizubehalten. Problematisch bleibt aus Sicht des Gerichts, dass die Studierenden, die Minderheiten angehören, sich besonders für Studienfächer wie bspw. Social Work einschreiben, während in Business die Weißen fast unter sich bleiben. Immerhin schränke dies die angestrebten positiven Effekte von "educational diversity" (also Vielfalt in der Studierendenschaft) letztendlich wieder ein. Zum Artikel

19.01.2011: Soziale Aspekte des internationalen Studiums - Sonderauswertung der 19. Sozialerhebung liegt vor
In einer Sonderauswertung der 19. Sozialerhebung gehen die Autoren der Frage nach, welche sozialen Aspekte für die Internationalisierung eine Rolle spielen.
Einige Erkenntnisse:
  • Bildungsausländern, die für ein vollständiges Erststudium oder ein Teilstudium in Deutschland sind, stehen im Durchschnitt monatliche Einnahmen in Höhe von 724 € bzw. 734 € zur Verfügung. Die vergleichbaren deutschen Studierenden (Bezugsgruppe „Normalstudent") verfügen mit 812 € über deutlich höhere monatliche Einnahmen.
  • Die Auslandsmobilität der (deutschen) Studierenden wird erheblich von ihrer sozialen Herkunft beeinflusst. Die Quote der Studierenden mit studienbezogenen Auslandserfahrungen steigt von der unteren bis zur oberen Herkunftsgruppe (von 11 % auf 20 %).
Die Studie ist auf der Seite des DSW im Internet zu finden.
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