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Projekt

Erfolgsfaktoren wissenschaftlicher Metropolregionen

Projekttyp:
CHE Consult
Projektpartner:
Stiftung Mercator
Laufzeit:
4/2009 - 2/2011 (abgeschlossen)

Zielsetzung

Die Mercator Stiftung hatte 2009 CHE Consult mit einer Studie über die Leistungsfähigkeit und Entwicklungsmöglichkeiten der Metropolregion Ruhr beauftragt.


Projektansatz

Für die Studie wurden drei Vergleichsregionen ausgewählt und einer eingehenden Analyse unterzogen: Zürich, München, Berlin.


Projektinhalte

Die Regionen wurden nach verschiedenen Indikatoren verglichen. Zudem sind ergänzend Akteure der Regionen nach ihren Einschätzungen und Strategien befragt worden.


Ergebnisse

Mit dieser Studie über wissenschaftliche Metropolregionen werden Handlungsempfehlungen für eine erfolgreiche Strategie des Ruhrgebiets als künftige wissenschaftliche Metropolregion gegeben. Die Autoren gehen davon aus, dass die Möglichkeit besteht, aus der vergleichsweise ungünstigen Position heraus durch hervorragende Leistungen und eine vielfältige Exzellenz einen höherwertigen Stellenwert im Wettbewerb der Wissenschaftseinrichtungen zu erlangen und damit auch anders wahrgenommen zu werden. Das Potenzial für eine solche Strategie ist vorhanden. Die wissenschaftliche Metropolregion Ruhr stellt in diesem Sinn den Herausforderer dar, der sich gemessen an anderen Wettbewerbern wie Berlin, München oder Zürich in einem Aufholprozess befindet und dafür die notwendigen Anstrengungen unternimmt. Welche Maßnahmen diese Strategie unterstützen können, dazu will diese Studie beitragen. Ein neuer Aspekt ist die Entwicklung und Wahrnehmung ganzer wissenschaftlicher Regionen. Zunehmend definieren sich Hochschulen mit den sie umgebenden weiteren wissenschaftlichen Einrichtungen in der internationalen Perspektive als Wissenschaftsregion. Dabei zählt nicht mehr jede einzelne Institution allein für sich, sondern die Summe der Institutionen einer Region. Wissenschaftliche Metropolregionen zeichnen sich durch leistungsstarke Einrichtungen aus, die einen maßgeblichen Beitrag zur wissenschaftlichen, ökonomischen und soziokulturellen Leistungsfähigkeit bzw. Attraktivität einer Region leisten. Ein Wettbewerb von Wissenschaftsregionen scheint den Autoren mit der Globalisierung von Wissenschaft und Wirtschaft weltweit im Trend. Im europäischen Rahmen werden häufig die Regionen London, Paris und Zürich sowie Berlin und München als markante ausländische und deutsche Beispiele wissenschaftlicher Metropolregionen genannt. Die Entwicklung der Wissenschaft innerhalb des europäischen und weltweiten Wettbewerbs ist aber von einer starken Dynamik gekennzeichnet. Neben die über lange Zeiträume historisch gewachsenen Wissenschaftsregionen werden neue treten, die sich durch eine hohe Differenzierung ihrer Profile auszeichnen. Nicht für alle Ergebnisse von Forschung und Lehre zählt allein der internationale Gradmesser, die Hochschulen haben immer noch einen hohen nationalen und ebenso einen regionalen Stellenwert. Die vielfältigen Wirkungen von Hochschulen stärken die Verbindung zu der sie umgebenden Region. Die Hochschulen bilden hochqualifizierte Fachleute aus, die zu einem hohen Anteil in der Region verbleiben in hochqualifizierten Tätigkeiten und in neuer Selbständigkeit. Hochschulen und Forschungseinrichtungen beschäftigen viele Menschen auf innovativen Arbeitsplätzen, die Wissen produzieren. Sie sind auch unmittelbar durch die Studierenden und das Personal sowie den finanziellen Leistungsumfang als Wirtschaftsfaktor relevant für eine Region. Aus der Analyse der drei bedeutenden europäischen wissenschaftlichen Metropolregionen Berlin, München, Zürich hat sich diese allgemeine These bestätigt. Vor allem aber konnten aus dieser Analyse heraus wichtige Maßnahmen als Erfolgsfaktoren identifiziert werden. Dabei können allerdings die Gesamtstrategien wissenschaftlicher Einrichtungen nicht allgemein auf andere wie das Ruhrgebiet übertragen werden, dafür sind die Voraussetzungen zu unterschiedlich. Auch die Strategien weisen Unterschiede auf, wie sich bei dem Vergleich der Regionen gezeigt hat. Während die wissenschaftliche Metropolregion Berlin mit ihrer eindrucksvollen historisch gewachsenen Vielzahl von Hochschulen und Forschungseinrichtungen ihre Leistungsfähigkeit unterstreicht, und dabei teilweise den Wettbewerb zwischen den Hochschulen, teilweise die Kooperation mit Forschungseinrichtungen betreibt, steht in Zürich mit den dominanten Universitäten und wenigen weiteren Einrichtungen die Kooperation dieser Einrichtungen im Vordergrund. In München dagegen konnte der teilweise intensive Wettbewerb zwischen den Universitäten die Leistungsfähigkeit befördern, aber gleichzeitig auch Potenziale verspielen. Aus der Berliner Entwicklung kann die Erkenntnis mitgenommen werden, dass die latente Geldnot, die in der Region durch knappe Haushaltsmittel und eine schwierige ökonomische Situation gekennzeichnet ist, teilweise durch ein effektives Management aufgefangen werden kann, wie das Beispiel der FU Berlin mit ihrer erfolgreichen Bewerbung im Rahmen der Exzellenzinitiative zeigt. Zugleich stellt sich dort die fachliche Kooperation rund um Medizin und Lebenswissenschaft als ein erfolgreiches Modell für den wissenschaftlichen Nutzen von Kooperationen dar. Wenn man die Leistungsfähigkeit und das Renommee der Münchener wissenschaftlichen Einrichtungen als eine Mischung aus politischer Förderung, finanzieller Stabilität und einem günstigen sozioökonomischen Umfeld sieht, dann darf man auch den Beitrag engagierter Hochschulleitungen nicht übergehen, auch wenn dieser Beitrag in der besonders erfolgreichen Fächergruppe der Naturwissenschaften aus einem starken Wettbewerb entstand. Die Potenziale der Kooperationen werden vor allem außerhalb der Universitäten fruchtbar, etwa mit den Wirtschaftsunternehmen und der außeruniversitären Forschung sichtbar und teilweise umgesetzt. Für eine umfangreichere Vernetzung steht ein großes Potenzial zur Verfügung, das aber noch nicht im möglichen Umfang ausgeschöpft wird. Auch das Selbstbild von einer (institutionenübergreifenden) wissenschaftlichen Metropolregion scheint noch nicht weit entwickelt. In Zürich wurden diese Möglichkeiten engerer Kooperation früh genutzt und führen durch eine intensive Abstimmung vor allem der beiden Universitäten auf der Leitungsebene zu einem hohen Mehrwert. Begünstigend dafür ist nicht nur die fast gleiche Finanzausstattung, sondern der fehlende Wettbewerb zwischen den beiden Universitäten um diese Finanzen. Auch die anderen wissenschaftlichen Einrichtungen sind einbezogen, nach außen tritt die Region gemeinsam auf. In der Region ist die Wissenschaft ein wichtiger Teil des Leitbilds. Im direkten Vergleich von Indikatoren dieser drei Regionen mit dem Ruhrgebiet steht das Ruhrgebiet nur selten vorne. Verglichen werden die Kategorien Inputindikatoren, wissenschaftliche Leistungsindikatoren und sozioökonomische Indikatoren. Auffallend ist dabei aber, dass das Ruhrgebiet Stärken in der schieren Größe der Inputfaktoren für die Hochschulen hat, wie Studierende und Personal, das sich dann auf die Bevölkerung bezogen als Kennzahl stark relativiert. Der Anteil der jungen Menschen in der Region ist dagegen ein weiterer auffallender Vorteil, der allerdings mit dem demographischen Wandel zurückgeht. Noch immer profitiert das sozioökonomische Umfeld von der früheren Wirtschaftskraft, vor allem mit der Vielzahl ansässiger DAX-Unternehmen, dennoch sind in der Breite die Bedingungen weniger günstig. Bei den wissenschaftlichen Leistungen stehen die Forschungsleistungen gegenüber den Vergleichsregionen zurück, die Leistungen in der Lehre dagegen erscheinen durchaus vergleichbar mit München und Berlin. Andererseits zeigen die Daten der Drittmittelentwicklung, dass es deutliche Schwerpunkte in der drittmittelgeförderten Forschung gibt, die sich als Schwerpunkte der Ruhrregion herausbilden. Trotz einer nur geringen Zahl außeruniversitärer Forschungsinstitute können die Fachgebiete Maschinenbau oder Chemie und Physik deutlich ihre Stärken zeigen. Im Vergleich mit dem Stand vor 30 Jahren ist dem Ruhrgebiet die erfolgreiche Entstehung einer Wissenschafts- und Hochschullandschaft zu attestieren. Die Kooperationen der Universitäten sind zukunftsweisend. Dennoch hat die Metropolregion Ruhr noch einen Weg zu einer wissenschaftlichen Metropolregion vor sich. Eine Identifikation der Region mit den Wissenschaftseinrichtungen liegt eher nur in Ansätzen vor. Im Bereich der Forschung stehen die Wissenschaftseinrichtungen verständlicherweise allein wegen der zeitlichen Dimension der Entstehung hinter anderen Regionen zurück. Die Anzahl der außeruniversitären Forschungsinstitute ist deutlich zu gering im Vergleich zu den Vergleichsregionen. Die Korrespondenz zur vorhandenen Spitzenforschung an den Hochschulen ist nur unzureichend gegeben. Aus der Analyse und dem Vergleich können mehrere Erfolgsfaktoren für wissenschaftliche Metropolregionen entwickelt werden. Dazu zählt sowohl die Chance, durch die Finanzierungsmodalität nicht gegeneinander zu konkurrieren, sondern Kooperationen und Abstimmungen der Fächerspektren zu fördern, was den Wettbewerb von Fächern um ihre Reputation nicht ausschließt. Gemeinsame wissenschaftliche Schwerpunkte in einer Region können das Zusammenwachsen ebenso befördern wie die Leistung oder die Sichtbarkeit der einzelnen Forschungsinstitutionen. Das Zusammenspiel von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik ist eine Voraussetzung für die Entwicklung der Rahmenbedingungen, die für eine positive Entwicklung unerlässlich sind. Zu diesen erfolgversprechenden Rahmenbedingungen können auch die Umfeldbedingungen von der Kultur bis zur Versorgung mit Schulen und Kindergärten zählen. Aus diesen Erfolgsfaktoren werden in dieser Studie Handlungsempfehlungen entwickelt, die vorrangig die Strategie der Herausforderung für das Ruhrgebiet betonen. Weitere Empfehlungen zielen auf die Kooperation der Wissenschaftseinrichtungen, auf die Kooperation mit der Wirtschaft und der Politik.


Verantwortlich beim Projektpartner
  • Dr. Bernhard Lorentz, Vorsitzender Geschäftsleitung, Stiftung Mercator
  • Dr. Wolfgang Rohe, Stiftung Mercator

Projektmitarbeiter
  • Professor Dr. Detlef Müller-Böling

Publikationen

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Kontakt
Yorck Hener
Yorck Henermehr
Telefon: 030 2332267-56
Fax: 030 2332267-57
E-Mail: yorck.hener
@che-consult.de
 
Assistenz:
Elsa Herzkowiczmehr
Telefon: 030 2332267-56

News zum Projekt
27.01.2011 | Metropolregion an der Ruhr in der Herausfordererrollemehr

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